Schneeflöckchen

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Hallo!!! Hier habe ich euch eine Seite zusammengestellt, auf der ihr verschiedene Dinge erfahren könnt, die mit der Schule zusammenhängen, wie zum Beispiel auch Hausaufgaben, Esseys oder Bewerbungsschreiben.

 

Dieses Bild hier habe ich im Kunst-LK gemalt:

 



Das Bild wurde mit Pastellkreide auf Fotokarton gemalt, dabei hatten wir ein
kleineres Bild als Vorlage und durften mit Raster arbeiten!

 

 

 

So, und nun kommt das, was für euch brauchbar erscheint, nämlich eine Beispielfacharbeit im Fach Biologie-Leistungskurs und Hausaufgaben aus den Fächern Deutsch, Englisch, Erdkunde, Philosophie und Kunst.

 

Facharbeit Biologie-LK
Thema:
Ursachen, Krankheitsbild und Folgen von Essstörungen am Beispiel der Esssucht.
Note: 3

 

Facharbeit Biologie

Thema: Ursachen, Krankheitsbild und Folgen von Essstörungen
am Beispiel der Esssucht

 

Name: Daniela Schmidt
Schule:
Luisenschule – Essen
Kurs:
Biologie – Leistungskurs
Fachlehrerin:
Jahrgangsstufe:
12

 

 

 

(http://www.presseerklaerungen.de/presseerklaerungen/bilder/schlange.gif)

 

 

Inhaltsverzeichnis:   

  • Einführung -3-
  • Ab wann ist man übergewichtig? -4-
  • Ursachen einer Esssucht -5- / -6-
  • Krankheitsbild -7-
  • körperliche Folgekrankheiten -8-
  • Diabetes mellitus -8- / -9-
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen -10-
  • Gallensteine -11-
  • Gicht -12-
  • seelische Folgen -13-
  • Diäten -14-
  • Statistische Befragung in einer Selbsthilfegruppe
  • Anlegung des Fragebogens -15-
  • Auswertung der Befragung -15- / -16-
  • Fragebogen zur Esssucht -17-
  • Schlussteil -18-
  • Anhang
  • Ich habe das Recht -19-
  • Ernährungspyramide -20-
  • Ausgefüllte Fragebögen (füge ich noch ein!)
  • Literaturverzeichnis -21-
  • Eigenständigkeitserklärung -22-

 

 

-3-

Einführung

„DICKE – faul, träge, unattraktiv, unbeherrscht, weniger intelligent, weniger leistungsfähig – und selbst an ihrem Unglück schuld!?" (Internet?).

Im folgenden setze ich mich mit dieser ‚Aussage der Allgemeinheit’, spricht mit den Ursachen, dem Krankheitsbild und den Folgen der Esssucht (Adipositas) auseinander.

Meinen Schwerpunkt dieser Arbeit lege ich dabei dem Unterrichtsfach Biologie entsprechend auf die körperlichen Folgekrankheiten der Esssucht.

Mich interessiert grade diese Essstörung besonders, da ich selber davon betroffen bin und ich des weiteren glaube, dass über die Esssucht im Gegensatz zur Bulimie oder Magersucht noch viel zu wenig geredet wird. Diesen Aspekt bemerkte ich bereits bei der Suche nach Fachliteratur, wobei die Texte über Esssucht am geringsten vertreten waren.

Neben den Informationen zu den jeweiligen Unterpunkten möchte ich eine Befragung in Selbsthilfegruppen durchführen, um auch die Sichtweise anderer Betroffenen mit in diese Arbeit einzubringen.

 

 

-4-

Ab wann ist man übergewichtig?

Ursprünglich wurde das Idealgewicht von Versicherungsagenten als ein Maß eingeführt, um höhere Versicherungskosten einzunehmen. Heute wurde bewiesen, dass ein gesundes Gewicht nicht beim Ideal-, sondern beim Normalgewicht liegt, da Personen mit Idealgewicht viel schneller erkranken als jene mit normalem Gewicht oder leichtem Übergewicht.

Body-Maß Index (BMI)

Durch den Body-Maß Index kommt man zu einem genauen Ergebnis unter Berücksichtigung des Körperbaus, spricht, man erhält auch bei besonders großen oder kleinen Personen ein genaues Ergebnis.

Berechnung:

__________Gewicht in kg____________
Körpergröße in m x Körpergröße in m


Ab einem BMI Wert über 25 spricht man von Übergewicht, ab einem Wert über 30 von Fettsucht.

Waist-to-Hip-Ratio
Der Waist-to-Hip-Ratio gibt Auskunft darüber, ob die Proportionen einer Person gesund sind.

Berechnung:

Taillenumfang in cm
Hüftumfang in cm

Werte, die bei Frauen über 0.85 und bei Männern über 1.0 liegen weisen auf ungesunde Proportionen und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko hin.

 

 

-5-

Ursachen einer Esssucht

Die Ursachen für eine Essstörung, unbeachtet um welche es sich genau handelt, sind in den meisten Fällen auf das seelische Befinden einer Person zurückzuführen. Diese Ursachen sind individuell sehr unterschiedlich und in den meisten Fällen sind es auch mehrere Ursachen, die schließlich gemeinsam auf die Entstehung einer Essstörung einwirken. Auch die heutige Gesellschaft schwört immer wieder Essstörungen hervor, denn das Schlankheitsideal der Frau geistert mittlerweile – gefördert durch Werbesendungen, Zeitschriften und Plakate – in den Köpfen der meisten Frauen umher. Oft finden sich Auslöser für eine Essstörung in der eigenen Familie wieder. So können schon geringe Probleme im Verständnis untereinander zu schwerwiegenden Konflikten führen, im wahrsten Sinne des Wortes!

Sehr oft ist das Verhältnis zu den Eltern der Auslöser für eine Esssucht. In den meisten Fällen treten Essstörungen bei Frauen und Mädchen auf, da diese regulär eine engere Bindung zu ihrer Mutter aufbauen, als Jungen zu ihrem Vater.

Mütter geben ihre Störungen im Essverhalten oft unbewusst an ihre Töchter weiter. Sie schreiben ihren Töchtern meistens vor, wie diese sich richtig ernähren sollen, zeigen ihnen jedoch durch ihr eigenes Verhalten oft das Gegenteil. Da ihre Töchter mehr auf das achten, was sie sehen, als auf die Dinge, die sie gesagt bekommen erben sie die Esssucht sozusagen von ihrer Mutter und vererben sie dann erneut an ihre Kinder weiter. Dieses Phänomen wiederholt sich oft über mehrere Generation hinweg ohne dass die Betroffenen Personen dies bemerken.

Vor allem bei Jugendlichen kann die Ursache für eine Esssucht auch in einem leistungsorientierten Sport liegen, wenn die Anforderungen und somit der Druck auf die Person mit der Zeit zu hoch werden. In einem solchen Fall sollte man aber niemals ganz mit dem Sport aufhören, sondern die Anforderungen lediglich heruntersetzen.

Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen führt sexueller Missbrauch oft zu einer Essstörung, insbesondere dann, wenn das Geschehene nicht durch Gespräche mit den Eltern verarbeitet werden kann.

 

 

-6-

Die Ursache für eine Esssucht kann in seltenen Fällen (5%) auch körperlich veranlagt sein. So spekuliert man schon seit langem darüber, ob ein Erbfaktor die Anlagerung von

Fettzellen im Gewebe begünstigt. Man konnte diese Hypothese bisher jedoch nicht belegen.

Wenn eine Person einmal übergewichtig ist, oft nur im geringen Maße, dann wirken auch gleich noch Hänseleien und der Spott andere auf diese Person ein, und führen dazu, dass sie in einen Frust verfallen. Der Teufelskreis schließt sich hinter ihnen. Dabei kommen die meisten Hänseleien nur von Außenstehenden, welche nicht mit dieser Krankheit umzugehen wissen oder denen gar nicht klar ist, dass es sich bei der Esssucht überhaupt um eine Krankheit handelt.

Problematisch werden solche Hänseleien für Übergewichtige grade dann, wenn sie aus der eigenen Familie, dem Verwandtschafts- oder Freundeskreis kommen, denn von den Personen, die man eigentlich mag klingen solche Worte um das vielfache verletzender, als wenn sie von einer fremden Person kommen.

 

 

-7-

Krankheitsbild

Die Esssucht zeigt sich bei den meisten Erkrankten in der Form leichten bis erheblichen Übergewichts, oft schon im Kindesalter. Das Übergewicht an sich deutet jedoch allein noch nicht eindeutig auf eine Esssucht hin. Diese Fragestellung richtet sich viel mehr nach dem Essverhalten der betroffenen Person. So sollte bei jedem ‚die innere Sirene’ losheulen, der bemerkt, dass seine Gedanken ums Essen einen Hauptfaktor im Denken darstellen oder auch, wenn der Betroffene bemerkt, dass er immer dann isst, wenn er Probleme hat oder auch wenn er einfach nur aus Langeweile isst.

Eine weitere Auffälligkeit bei Betroffenen der Esssucht ist eine starke Bewegungsunlust. Diese Scheu ist auf die Angst vor den Blicken anderer, schlankerer Personen zurück zu führen, die sich über die Betroffenen oft in übelster Weise lustig machen.

 

 

 

Verteilung der Fettmassen im Körper

 

 

(http://www.megru.unizh.ch/j3/pathophysiologie/endokrinologie/ipusz/images/endokrinologie/kap09/abb3_4.gif)

 

 

-8-

Körperliche Folgekrankheiten

Betroffene der Esssucht, insbesondere stark Übergewichtige sollen in jedem Fall ihr Gewicht reduzieren – nicht nur aus kosmetischen Gründen. Durch die Fettleibigkeit können sehr schwerwiegende Folgekrankheiten entstehen, welche dann erneut schwere Erkrankungen nach sich ziehen können. Auf Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, Gallensteine und Gicht möchte ich im folgenden genauer eingehen, da diese Krankheiten in Verbindung mit der Esssucht häufig auftreten und schlimme Auswirkungen haben können. Weitere Folgekrankheiten sind Gelenkschäden, das so genannte Schlaf-Apnoe-Syndrom (unregelmäßiges Schnarchen, mit wiederkehrenden Atemstillständen), Venenerkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen (Brustkrebs bei der Frau).

Diabetes mellitus:

Diabetes wird in zwei Gruppen unterteilt, wobei es sich bei dem Typ 2 (b) – Diabetes um jenen handelt, der bei Übergewichtigen zum Vorschein kommt. Dieser Typ des Diabetes wird auch als Altersdiabetes bezeichnet, da er zu 95 % erst im hohen Alter zum Vorschein kommt.

Bei dem Diabetes handelt es sich um eine komplexe Stoffwechselkrankheit, bei der die Körperzellen mit einer Empfindlichkeit gegenüber Insulin reagieren. Festgestellt werden kann der Diabetes durch erhöhte Blutzuckerwerte und Ausscheidungen von Harnzucker.

Die Entstehung dieses Diabetes Typs wird durch schlechte Lebensweisen erhöht, wozu besonders das Übergewicht und ein starker Bewegungsmangel zählen.

Vor allem der Typ 2 – Diabetes wird oft vererbt und man sollte insbesondere in diesen Fällen die Lebensumstände dementsprechend umstellen.

Bemerkbar macht sich der Diabetes durch ein vermehrtes Durstgefühl, vermehrtes Wasserlassen, eine allgemeine Schwäche, Juckreiz und Infektionen. Beim Auftreten solcher Merkmale sollte der Betroffene schnellstmöglicht ärztlichen Rat aufsuchen.

 

 

-9-

Des weiteren sollten grade übergewichtige Personen im hohen Alter regelmäßig eine Überprüfung der Blutzuckerwerte durchführen lassen um einem möglichen Ausbruch der Krankheit schnellstmöglich entgegenwirken zu können, da der Diabetes grade zu Beginn wenig ausgeprägte Symptome aufweist und er deshalb in den meisten Fällen nur zufällig vom behandelnden Arzt festgestellt wird.

Wenn einmal Diabetes festgestellt wurde sollten umgehend Gegenmaßnahmen unternommen werden. Bei Übergewichtigen steht die Gewichtsabnahme dabei an erster Stelle. Beiläufig sollte die Bewegungstätigkeit erhöht werden um die Gewichtsabnahme zu fördern. Risikofaktoren, welche Alkohol und Rauchen sind, sollten streng vermieden oder zumindest stark reduziert werden.

Im Notfall kann eine Behandlung mit Antidiabetika erfolgen, wodurch die Insulinproduktion des Pankreas gesteigert wird. Zudem kann durch andere blutzuckersenkende Medikamente die Insulinwirkung im Gewebe verbessert werden und der Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten gesenkt werden.

Wenn nichts gegen den Diabetes unternommen wird, kann es zu anderen schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Augenerkrankungen, Nierenversagen, Amputationen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen.

 

 

-10-

Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer 1!" (http://www.gruenes-kreuz.org/herz-kreislauf-vorsorge.htm). Gefährdete Personen sind neben den Rauchern und Diabetikern vor allem Übergewichtige.

Das Herz ist das aktivste der menschlichen Organe und pausenlos in Bewegung. Es sorgt dafür, dass das Blut in die unzähligen kleinen Blutgefäße im ganzen Körper gelangt. Durch das Blut werden Sauerstoff und Nährstoffe an sämtliche Organe unseres Körpers weiter geleitet. Wenn im Blut Stoffe wie Cholesterin, erhöhter Blutzucker, Nikotin oder dergleichen enthalten sind, werden auch diese Stoffe an die Organe weitergegeben und können auf langer Sicht Schädigungen hervorrufen. So kann es dann zu Diabetes, Bluthochdruck, Arterienverkalkungen oder Infektionen kommen.

Zuzüglich muss das Herz bei Übergewichtigen eine erhöhte Leistung aufbringen, was zur schnelleren Alterung des Herzens führt und somit der Auslöser für einen Herzinfarkt sein kann.

Eine weitere, sehr gravierende Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Schlaganfall (Hirnschlag). Die Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind vor allem bei Übergewichtigen aufzufinden. Diese Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen, Herzrhythmusstörungen, ein Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen.

Wenn im Fall eines Schlaganfalls nicht binnen 4 bis 6 Stunden eine Behandlung eingeleitet wird, so besteht keine Chance mehr auf eine erfolgreiche Heilung. Selbst bei rechtzeitigem Therapiebeginn bleiben noch bei 1/3 der Patienten bleibende Schädigungen zurück.

 

 

-11-

Gallensteine:

Gallensteine entstehen durch Gallensalze und Cholesterin aus der Galle, welche aufgrund einer übersättigten Lösung der Gallenflüssigkeit auskristallisiert werden. Wenn diese Stoffe dann in der Galle stillstehen, entwickelt sich aus ihnen langsam ein Bodensatz, aus dem die Steine hervorgehen. Dieser Stillstand der Gallenlösung kommt besonders nach Unfällen, Operationen und Schwangerschaften zum Vorschein. Gallensteine werden des weiteren durch eine falsche Ernährung gefördert, besonders wenn diese durch eine starke Bewegungseinschränkung begleitet wird.

Gallensteine treten bevorzugt im Alter zwischen 45 und 47 Jahren auf. Des weiteren entstehen sie öfters bei Frauen (20%), als bei Männern (10%). Das Phänomen, dass Gallensteine öfters bei Frauen auftreten, als bei Männern ist darauf zurück zu führen, dass die Schwangerschaft und das Übergewicht, welches ebenfalls aus oben genannten Gründen vermehrt bei Frauen auftritt, einen Auslöser dieser Erkrankung darstellen.

Anfänglich zeigt diese Erkrankung keine Symptome, wodurch es häufig zum Versäumnis einer frühzeitig angesetzten Behandlung kommt. Gallensteine werden meist erst bemerkt, wenn die Folgen eintreten. In den meisten Fällen machen sich Gallensteine als erstes mit Krämpfen im Oberbauch bemerkbar und folgend kommt es dann zur Gallenblasenentzündung, Gallenstauung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder zur Bauchfellentzündung, welche eine lebensgefährliche Bedrohung darstellt.

Wenn einmal Gallensteine festgestellt wurden hilft dauerhaft nur eine Operation, bei der die Gallenblase komplett mit den Steinen entfernt wird. Durch eine strenge Diät kann lediglich die Zeit bis zur Operation überbrückt werden.

 

 

-12-

Gicht

Gicht entsteht durch eine überdurchschnittliche Konzentration der Harnsäure im Blut. Die Harnsäure ist ein Abbauprodukt, welches beim Purinstoffwechsel entsteht. Purine stellen einen Bestandteil der DNA dar und werden durch die Nahrung aufgenommen. Besonders im Fleisch finden sich durch den erhöhten DNA – Gehalt mehr Purine vor. Somit hat der Faktor der Ernährung eine starke Wirkung auf die Entstehung von Gicht.

Im Anfangsstadium ist die Gicht normalerweise symptomlos. Erst wenn die Purine in den Gelenken auskristallisieren kommt es zu Gichtanfällen und Gelenkveränderungen.

Bei einer leichten Gicht kommt als Therapieform eine purinarme Diät in Frage, doch wenn die Gicht bereits fortgeschritten ist kann in den meisten Fällen nur noch eine medikamentöse Therapie Abhilfe schaffen. Durch das Medikament Allopurinol wird der Abbau von Purinen beschleunigt. Begleitend sollte möglichst ein Verzicht auf Alkohol bestehen und täglich viel Wasser zu sich genommen werden.

 

 

-13-

Seelische Folgen

Die seelischen Folgen bei einer Esssucht können sehr gravierende Auswirkungen auf den Betroffenen haben, welche bis hin zu Suizidgedanken und deren Ausführung gehen können.

In den meisten Fällen beschränken sich die Auswirkungen jedoch auf soziale Verhaltensweisen. So sind Betroffene aufgrund von Hänseleien oft sehr schüchtern und zurückhaltend was den Umgang mit ihren Mitmenschen betrifft. Durch Hemmungen sich Fremden gegenüber zu öffnen entstehen Kontaktschwierigkeiten. Dieses Verhalten führt fast immer in einem Teufelskreis, denn sobald Kontaktschwierigkeiten auftreten sind die Betroffenen oft alleine und entwickeln Minderwertigkeitsgefühle gegenüber anderen. Um ihren Frust des Alleinseins oder die daraus entstehende Langeweile zu bewältigen fangen sie an zu essen, was letztendlich dazu führt, dass sie weiter zunehmen, sich die Hänseleien verstärken und so geht es dann meistens über einen langen Zeitraum hinweg weiter.

Oft ergeben sich aus dem Übergewicht auch Probleme im Berufsleben. In vielen Berufen werden Betroffene allein durch ihre äußere Erscheinung schon diskriminiert.

 

 

 

-14-

Diäten:

Bei Diäten geht es nicht einfach nur darum, weniger zu essen und so die Kalorienzufuhr hinunter zu setzen, sondern man muss eine dauerhafte Ernährungsumstellung in Kombination mit viel Bewegung durchführen. Allein durch das senken der Kalorienzufuhr kommt es lediglich zu einem Abbau von Fettzellen, dabei ist es für den Körper sehr wichtig die Muskelmasse als Glucosespeicher zu erhalten, der Blutzuckerwert muss aufrecht erhalten werden und auch die Nährstoffversorgung muss gesichert bleiben um Konzentrationsschwächen und Schwindelgefühle zu vermeiden.

Die Grundlage für eine Ernährungsumstellung sollte auf stärkehaltigen Grundnahrungsmitteln wie Brot, Kartoffeln und Reis beruhen und des weiteren mit Gemüse und Obst kombiniert werden. Auf jeden Fall sollte auf Nahrung mit wenig Fett geachtet werden, wobei man ‚versteckte Fette’ in Nahrungsmitteln wie Süßigkeiten oder Wurst ebenfalls beachten muss. Man sollte auch Nahrungsmittel mit möglichst viel Ballaststoffen zu sich nehmen, da diese bei einer niedrigen Kalorienzahl gut sättigen und zudem die Verdauung anregen.

Damit die bei dem Fettabbau entstehenden körperschädlichen Ketosäuren ausgeschieden werden können sollte stets auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser und ungesüßtem Früchte- oder Kräutertee geachtet werden.

Um ein Ziel auch in einem erreichbaren Maß zu halten sollten vorläufig kleine Ziele in einer entsprechenden Zeitspanne gesetzt werden. Vor allem stark Übergewichtige sollten sich damit begnügen ein Normalgewicht zu erreichen.

Ganz wichtig ist es auch, dass man das neu erlernte Essverhalten nach der Diät beibehält, da sonst der Jojo-Effekt einsetzt, wobei man letztendlich oft wieder mehr auf die Waage bringt als vor der Diät.

(siehe auch Ernährungspyramide im Anhang, Seite -20-)

 

 

-15-

Anlegung des Fragebogens:

Bei dem Fragebogen habe ich neben den Angaben zur Person (Alter, Gewicht, Geschlecht und Größe) nach den seelischen Ursachen, den seelischen und körperlichen Folgen, dem familiären Verhältnis und nach der Erfahrung mit Diäten gefragt. Mir ist es sehr wichtig, durch die Befragung auch die Sichtweise einzelner Personen darzustellen.

Auswertung der Befragung:

Für meine Auswertung der Befragung betroffener Personen stehen mir acht Fragebögen zur Verfügung, wobei zwei Fragebogen von der gleichen Person, einmal aus der Sichtweise, als diese unter 20 Jahre alt war und einmal aus der heutigen Sicht im Alter von circa 40 Jahren, ausgefüllt wurden. Bei diesen beiden Befragungen habe ich festgestellt, dass die Ursachen und Folgen, sowie die Diäten und familiären Verhältnisse in beiden Lebensabschnitten dieselben waren. Durch eine Rückfrage habe ich erfahren, dass diese Person in der Zwischenzeit ihr Normalgewicht erreicht hatte, dann aber mit den Jahren noch mehr an Gewicht wieder zunahm.

Die befragten Personen verteilten sich relativ gleichmäßig auf unter 20 jährige und um die 40 jährige. Ein Fragebogen war ohne Altersangabe.

Die Betroffenen unter 20 Jahre sind durchschnittlich seit einem kürzeren Zeitraum betroffen als die Betroffenen um die 40 Jahre, was auf die Lebenszeit zurückzuführen ist. Bei den Betroffenen unter 20 Jahren, die bereits seit 10 beziehungsweise 13 Jahren betroffen sind kann man auf eine Erkrankung im Kindesalter zurückschließen.

Bei den sieben Personen dieser Befragung fand sich nur eine männliche Person auf, die im Gegensatz zu den weiblichen Betroffenen keine seelischen Folgen aufgezählt hat, was sich bei den Frauen nur einmal auffand. Daraus lässt sich schließen, dass wie ich auch schon in meinen Untersuchungen bemerkte mehr Frauen als Männer von der Esssucht betroffen sind.

In den meisten Fällen traten bei den Folgekrankheiten die Dickleibigkeit auf. Gelenkschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen traten nur in zwei Fällen auf und Gicht, Diabetes und Gallensteine gar nicht.

 

 

-16-

In den meisten Fällen fanden sich schlechte Verhältnisse in den Familien vor, was als eine der Hauptursachen für die Esssucht zählt.

Sechs der befragten Personen haben bereits meist mehrere Diäten ausprobiert. In den meisten Fällen trat nach der Diät der sogenannte Jojo-Effekt ein, bei dem die Betroffenen meist wieder mehr zugenommen haben, als wie sie ursprünglich wogen. Bei der Brigitte-Diät, welche eine Ernährungsumstellung darstellt hatte eine der befragten Personen einen längeren Erfolg, eine andere jedoch hatte bei dieser Diät nur einen kurzen Erfolg und statt dessen einen längeren Erfolg bei der Umstellung auf Vollwertkost. Dies deutet darauf hin, dass jede Person individuell unterschiedlich auf die verschiedenen Diäten reagiert und dass jede Person somit die für sich richtige Diät finden muss.

 

 

-17-

Fragebogen zur Esssucht

Alter:
O bis 20 Jahre
O bis 30 Jahre
O bis 40 Jahre
O über 40 Jahre

Übergewichtig seit: _______ Jahren
Gewicht: _______ kg
Größe _______ cm
Geschlecht: O weiblich O männlich

Was sehen sie persönlich als die Ursache für ihre Essstörung an? _______________________________________________________________
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________

Welche seelischen Folgen hat diese Essstörung bei ihnen ausgelöst?

Kontaktschwierigkeiten O ja O nein
Wenig Freunde O ja O nein
Selbstmordgedanken O ja O nein
Hemmungen O ja O nein
______________________
______________________

Welche körperlichen Folgen haben sie bereits bei sich selbst festgestellt?

Dickleibigkeit O ja O nein
Gelenkschäden O ja O nein
Herz- Kreislauf-Erkrankungen O ja O nein
Gicht O ja O nein
Diabetes O ja O nein
Gallensteine O ja O nein
______________________
______________________

In welchem Verhältnis stehen sie zu ihrer Familie?

Gutes Verhältnis O ja O nein
Missverständnisse O ja O nein
Streitereien O ja O nein

Haben sie bereits Diäten ausprobiert? O ja O nein

Wie viele? ______________

Diät:

Wie oft ausprobiert?

Ohne Erfolg

Kurzer Erfolg

Längerer Erfolg

FDH

       

Trennkost

       
         
         

 

 

-18-

Schlussteil:

Ich denke, dass ich bei meiner Arbeit letztendlich mehr auf die seelischen Ursachen und Folgen eingegangen bin, als ich es ursprünglich geplant hatte, was meiner Meinung nach auf die enge Verbindung der Essstörung mit den seelischen Empfindungen der Betroffenen zurückzuführen ist.

Ich wäre gerne umfangreicher auf alle Folgekrankheiten und auch auf die daraus entstehenden Folgen eingegangen, was jedoch durch den vorgegebenen Umfang für diese Arbeit und der zeitlichen Begrenzung nicht machbar war. Des weiteren denke ich auch, dass ich auf die Folgekrankheiten in Hinsicht auf das Thema genügend eingegangen bin.

Ebenfalls wäre ich auf Diäten gerne weiter eingegangen, was mir in diesem Umfang jedoch auch nur oberflächlich gelang.

Die größten Probleme ergaben sich für mich bei der Umfrage in den Selbsthilfegruppen, da ich zum einen nur wenige Gruppen im näheren Umkreis ausfindig machen konnte und zudem noch auf eine starke Ablehnung traf, mit der ich nicht gerechnet hatte. Grade aus diesem Grund bin ich den Personen sehr dankbar, die trotz allem bereit waren bei der Befragung mitzumachen!

Insgesamt hatte ich noch sehr viele Ideen zu fast allen Unterpunkten, die ich noch gerne umgesetzt hätte und ich bin mir sicher, dass ich mich persönlich noch weiter mit diesem Thema auseinandersetzen werde!

 

 

-19-

Anhang

Nachfolgend habe ich eine Liste mit Rechten beigefügt. Diese gilt nicht nur für essgestörte Personen, sondern für alle, doch fand ich sie im Zusammenhang mit meiner Facharbeit sehr passend.

 

Ich habe das Recht ...

  1. Ich brauche keine Schuldgefühle zu haben, bloß weil das, was ich tue, sage oder denke, einem anderen nicht gefällt.

  2. Ich darf wütend sein und meine Wut ausdrücken, solange ich dabei nicht mein Augenmaß verliere.

  3. Ich muss nicht die alleinige Verantwortung für Entscheidungen übernehmen, an denen auch andere beteiligt waren.

  4. Ich hab das Recht, „Ich versteh das nicht" oder „Ich weiß es nicht" zu sagen, ohne mir blöd vorzukommen.

  5. Ich habe das Recht, nein zu sagen, ohne dabei Schuldgefühle haben zu müssen. Ich muss mich nicht entschuldigen oder rechtfertigen, wenn ich nein sage.

  6. Ich habe das Recht, andere um etwas zu bitten. Ich habe das Recht, Bitten abzuschlagen und zusätzliche Verpflichtungen abzulehnen.

  7. Ich habe das Recht, anderen mitzuteilen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mich ungerecht behandeln oder bevormunden.

  8. Ich habe das Recht, es anderen mitzuteilen, wenn ihr Verhalten mich irritiert.

  9. Ich habe das Recht, Fehler zu machen und für sie die Verantwortung zu tragen. Ich habe das Recht, mich zu täuschen.

  10. Ich brauche nicht von allen gemocht, bewundert oder geachtet zu werden für alles, was ich tue.

 

 

-20-

Ernährungspyramide

siehe folgenden Link:

(http://www.reductip.ch/dt/public/part1/chapter3_1.html)

 

 

-21-

Literaturverzeichnis

Bücher:

Meine Mutter – meine Pfunde: Eßzwänge und Erziehung / K. Fuchs. [Übersetzung aus dem Amerikanischen: I. Andreas-Hoole]. – München; Wien; Zürich: BLV, 1991

Diabetes Heute, Schriftenreihe der Deutschen Diabetes / Prof. Dr. med. Waldemar. Bruns Union e.V., 2000

 

Internetseiten:

http://www.uni-leipzig.de/~diabetes/info_de.htm
http://www.viszeralchirurg.ch/kb_gst1.htm
http://www.hobbythek.de/archiv/250/03.html

http://213.198.42.173/bulut/gicht.htm
http://www.muehlen-apo.de/gicht.htm
http://www.gruenes-kreuz.org/herz-kreislauf-vorsorge.htm
http://www.gruenes-kreuz.org/schlaganfall.htm
http://www.baeren-apotheke-northeim.de/tips.htm#2

 

 

-22-

Eigenständigkeitsbestätigung:

 

"Hiermit erkläre ich, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt habe und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe."

......................................................................

(Ort) (Datum) (Unterschrift des Schülers)

Anmerkung zur Facharbeit: einige Seiten des Originals habe ich auf dieser Seite ausgelassen, sowie die Seiten nur durch die Seitanzahl am oberen Seitenrand begrenzt. Die ersten beiden Seiten zählen als Seiten -1- und -2-, werden jedoch nicht beschriftet! Wer gerne die Originalversion sehen möchte schickt mir bitte eine Anfrage per E-Mail!

 

 

Hausaufgaben Fach Deutsch:
Inhaltsangabe Lenore
Gedichtananyse Lenore
Sturm und Drang
Fürstengruft Gedichtanalyse
Die Physiker

 

Inhaltsangabe „Lenore“

Lenore wartet verzweifelt auf die Rückkehr ihres Verlobten, doch als die Truppe der Prager Schlacht zurückkehrt ist dieser nicht dabei. Lenore ist sehr verzweifelt und sieht ohne Wilhelm keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Lenores Mutter bemüht sich sie zu beruhigen und beruft sich auf Gott, der das Schicksal immer in die richtigen Bahnen lenkt. Daraufhin zeigt Lenore sich ungläubig und zweifelt an Gott, seinem Erbamen und der trostspendenden Funktion der Bibel. Lenores Mutter versucht im folgenden Lenore darauf zu bringen, dass ihr Verlobter einen Ehebruch eingegangen ist und sie gar nicht verdient hat, doch darauf hin bekommt Lenore bloß Suizidgedanken. Lenores Mutter beschwört Gott, ihrer Tochter wahre Glückseligkeit zu bringen.

In der Nacht kommt ein Reiter, anscheinend ihr Verlobter Wilhelm, um Lenore mit sich zu nehmen und mit ihr die Hochzeitsnacht zu verbringen. Lenore ist sehr erfreut und reitet mit ihm fort. Durch die ganzen Andeutungen auf den Tot kann man jedoch bald erkennen, dass sich Lenore in einer Traumwelt befindet und der Ritter eigentlich den Tot symbolisiert. Als der Ritt schließlich auf einem Friedhof endet zerfällt der vermeintliche Wilhelm zu einem Skelett, was Lenores Tot verdeutlichen soll. In der letzten Strophe erscheinen letztendlich noch Geister, welche die Moral der Ballade übermitteln, dass man Gott nicht freveln darf. 

Wie gestaltet der Autor den Übergang vom Realen zum Gespenstischen?

Der Autor schildert das Ereignis, dass Wilhelm erscheint zuerst so, dass es real erscheint, macht dann jedoch deutlich, dass es nur ein Traum von Lenore ist, der den Weg zu ihrem Tot symbolisiert.

 

Welche Funktion hat der Ritt mit dem Verstorbenen?

Der Ritt mit dem Verstorbenen zeigt Lenores Weg in den Tot. Während dieses Rittes spiegeln sich noch einmal Lenores Befürchtung auf den Tot des Verlobten und ihre Hoffnung auf die Hochzeit wieder, allerdings nimmt sie diese Ereignisse nicht mehr als ihre eigenen war, sondern es erscheint so, als wären sie auf der Beerdigung und der Hochzeit fremder Personen.

 

 

"Lenore" von Gottfried August Bürger 

Lenore ist eine junge Frau, die Zuhause auf die Rückkehr ihres Verlobten wartet, der in die Prager Schlacht gezogen ist. Doch er befindet sich nicht unter den Zurückkehrenden und Lenore ist verzweifelt, was im Ausspruch „Nun fahre Welt und alles hin!“ (Strophe 5) deutlich wird.
Lenore zeigt in dieser Phase starke Emotionen.
Ihre Mutter versucht sie zu besänftigen und beruft sich auf Gott, der das Schicksal immer in die richtigen Bahnen lenkt. „Was Gott tut, das ist wohlgetan.“ (Strophe 6). Des weiteren spricht sie davon, dass Lenore Trost im heiligen Sakrament finden wird. Es wird verdeutlicht, dass die Mutter eine sehr religiös-konservative Einstellung hat. Lenore zeigt sich ungläubig und zweifelt an Gott, seinem Erbarmen und der Trost spendenden Funktion der Bibel. Die Mutter deutet daraufhin an, dass Wilhelms ausbleibende Rückkehr auf einen Ehebruch zurückzuführen sein könnte und dass er sie als Frau gar nicht verdient habe. Sie drückt dies folgendermaßen aus: „Im fernen Ungerlande sich seines Glaubens abgetan zum neuen Ehebande? Lass fahren, Kind, sein Herz dahin! Er hat es nimmermehr Gewinn!“ (Strophe 8).
Doch Lenore bleibt sehr betrübt und hat sogar Suizidgedanken. „Der Tod, der Tod ist mein Gewinn!“

 (Strophe 9). Sie liebt Wilhelm über alles und kann sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.
Die Mutter beruft sich nun wieder auf Gott und äußert, dass nur er Lenore die wahre Seligkeit bringen könne. Sie beschwört Gott und sucht Entschuldigungen für ihre Tochter.

In der Nacht dann kommt ein geheimnisvoller Reiter dahergeritten. Es ist Wilhelm, der verschollene Verlobte der Lenore. Sein Erscheinen überrascht, aber erfreut Lenore zugleich auch. „Herein, in meinen Armen, Herzliebster, zu erwärmen!“ (Strophe 15).
Wilhelm äußert, dass er einen weiten Weg von Böhmen zu ihr machen musste und dass er sie nun mitnehmen möchte, um noch vor Mitternacht in seinem Lager anzukommen und mit ihr die Hochzeitsnacht zu verbringen.
Lenore ist sehr glücklich und aufgeregt, was in Fragen wie „Sag an wo ist dein Kämmerlein?“ oder „Hat´ s Raum für mich?“ (Strophe 18) deutlich wird.
Lenore ist voller Vorfreude und fühlt sich in Wilhelms Nähe geborgen, was man daran erkennen kann, dass sie auf Wilhelms auffallend häufig gestellte Frage „Graut Liebchen auch vor Toten?“ [Strophe 20,24,(27)]   immer sicher fühlend die Antwort „Ach! Lass sie ruhn die Toten!“ gibt.

Es wird deutlich, dass der Reiter in Wahrheit nicht Wilhelm sein kann, da sich Andeutungen und Ausrufe, die Bezug auf den Tod nehmen, häufen. Lenore jedoch bemerkt dies nicht, da sie sich in Wilhelms scheinbaren Gegenwart geborgen zu sein glaubt. Geschehnisse um sie herum und die angedeuteten Anspielungen auf den Tod nimmt sie nicht wahr. Sie genießt Wilhelms Nähe und es scheint so, als ob sie sich in einer Traumwelt befindet.

 Schließlich endet der Ritt an einem Friedhof und der vermeintliche Verlobte entpuppt sich als der Tod. Lenores Schicksal ist nun besiegelt, was sich letztendlich auch in der körperlichen Wandlung des Reiters auf grausige Art und Weise offenbart. Die Moralität der Ballade, dass man Gott nicht freveln darf, kommt erst im abschließenden Heulgesang der Geister ganz am Schluss eindeutig zum Ausdruck.

Lenore stellt in der Handlung die tragische Figur dar, da sie aus Liebe zu Wilhelm und vielleicht auch ein bisschen aus Naivität nichts von ihrem bevorstehenden Schicksal bemerkt. Sie vertraut Wilhelm ohne Einschränkung und bekommt somit nicht mit, wer er wirklich ist. Zu Beginn der Handlung führt sie einen heftigen Disput mit ihrer Mutter. Lenore sieht nur ihre verlorene Liebe und empfindet demzufolge große Trauer. Sie kann von ihrer Mutter nicht zur Ruhe gebracht werden. Lenore ist von Gott zutiefst enttäuscht und wendet sich vom Glauben ab.
Daraus resultiert auch ihr späteres Schicksal, denn wegen ihrer Ungläubigkeit starb sie schließlich. Lenores Denkweise basiert auf Gefühlen und Emotionen. Ihre Glückseligkeit ist so sehr von der Liebe zu Wilhelm abhängig, dass sie es sogar in Erwägung zieht sich bei einer ausbleibenden Rückkehr Wilhelms das Leben zu nehmen.
Lenores Mutter kann die starken Gefühlsregungen Lenores über den Verlust Wilhelms nicht ganz nachvollziehen. Sie scheint die Ehe eher als eine Absicherung für die Frau zu sehen. Dies wird deutlich, als sie versucht Lenore von ihm abzubringen und Spekulationen in Bezug auf Ehebruch aufwirft. Sie ist ohne Frage am Wohlbefinden ihrer Tochter interessiert und somit versucht sie Lenore durch den Glauben auf den richtigen Weg zu führen.

Lenores Ende, ihr früher Tod, zeigt sehr deutlich, dass in dieser Ballade vor allem die Abkehr vom Glauben kritisiert wird. 

Bürgers Ballade zeigt eigentlich eine sehr zwiespältige Atmosphäre auf. Zum einen wirkt alles sehr „düster“, was auf den Ritt durch die Nacht, das Erwähnen von Ausdrücken wie , „Tod“ und „Gräber“ oder die spätere äußere Wandlung Wilhelms zurückzuführen ist.
Auf der anderen Seite steht immer Lenore, die unberührt von alledem wirkt. Sie scheint verschwunden in ihrer Gefühlswelt zu sein, voller Vorfreude auf die Hochzeitsnacht und einfach nur glücklich ganz dicht bei ihrem ,wiedergekehrten Verlobten zu sein.
Sie ist ganz ruhig und quasi völlig unbeeindruckt von den „düsteren“ Einflüssen. Sie fühlt sich vollkommen sicher und zeigt bis zum Schluss keine Angst.

Das Aussehen des Todes beschreibt er mit zwei Synonymen, nämlich ,,Stundenglas und Hippe", was soviel bedeutet wie Sanduhr und sichelförmiges Messer.

Die düstere Natur bei Nacht spiegelt in gewisser Weise Lenores Schicksal ihren bevorstehenden Tod. Des weiteren kann sie als Mensch dem Tod auch nicht entfliehen. Die Geister, die am Schluss auftreten spielen eine Vermittlerrolle zwischen Kirche und Heidentum, da sie ja indirekt sagen, dass es gerecht war, dass Lenore wegen Gotteslästerung den Tod fand, was der Vers „Mit Gott im Himmel hadre nicht! Des Leibes bist du ledig“ zeigt. Andererseits klingt hintergründig im Ausspruch „Gott sei deiner Seele gnädig!“ (Strophe32) heraus, dass sie auch Mitleid für sie empfinden.
Der Verlust des Geliebten durch den Krieg bringt Lenore zur Kritik an der Staatspolitik und am Kirchenglauben. Lenore kann nicht mehr ohne Wilhelm leben, sie kann nicht auf ihn verzichten und kein Glaube und kein Gott kann ihr ihren Verlobten ersetzen.

Epoche: 
Literaturhistorisch ist das Werk in die Epoche des „Sturm und Drang“ einzuordnen.
Dies ist zum einen auf die Entstehungszeit zurückzuführen, lässt sich aber auch an konkreten Merkmalen festmachen. In der Person der Lenore spiegelt sich die Auslebung der starken Gefühle, der Leidenschaft wieder, die diese Epoche kennzeichnen. Angedeutet wird in der Ballade auch indirekte Kritik am Absolutismus, was ebenfalls ein Charakteristikum für den „Sturm und Drang“ ist. Man kann auch sehen, dass Lenore zu Beginn der Handlung sehr selbstbewusst auftritt. Sie äußert in der Diskussion mit ihrer Mutter klar ihre Meinung und hat auch keine Skrupel Gott in Frage zu stellen. Diese Einstellung, dieses Selbstbewusstsein ist ebenfalls typisch für die angesprochene Epoche.

Sprachlich Mittel:

Um dem Text die eben angesprochene Wirkung zu verleihen verwendet Gottfried August Bürger zahlreiche sprachliche Mittel. Es tritt wörtliche Rede auf, wie z.B. „O weh! Lass ruhn die Toten!“. Interjektionen unterstreichen die Dynamik des Rittes, z.B. „Und hurre, hurre, hopp, hopp, hopp! ( Strophe 19,23,26).
In den Strophen verwendet Bürger zunächst Kreuzreim, auf den sich dann der Paarreim anschließt. Es finden sich Aneinanderreihungen von ausdrucksstarken Verben, wie u.a. „Schön Liebchen schürzte, sprang und schwang...“ (Strophe 19). Des weiteren treten zahlreiche Ausrufe und Fragen auf. „Hallo, Hallo! Tu auf mein Kind!“ oder „Ach, Wilhelm, du? - So spät bei Nacht?“ wären Beispiele hierfür.
Im folgenden kann man am Auszug ,,Zerschlug den Busen, und zerrang die Hand, bis Sonnenuntergang," feststellen, dass teilweise auch eine metaphorische Sprache ihre Verwendung findet.

Bürger:

Gottfried August Bürgers Gedichte zählen zu den bekanntesten der „Genie – Periode“ und war der eigentliche Beginn der Kunstballadendichtung, die die Tradition der Geisterballade in Deutschland begründete.
Durch den doch sehr eigenwilligen Handlungsverlauf des Strophengedichtes lässt „Lenore“ noch heute Spielraum für die unterschiedlichsten Deutungen, nicht zuletzt auch deswegen, weil das verwendete Thema bis in die heutige Zeit nachvollziehbar ist und Berührungspunkte zu aktuellen Befindlichkeiten bietet.

Gottfried August Bürger war ein berühmter deutscher Dichter der Neuzeit.
Er wurde am 31.12.1747 in Molmerswende (Landkreis Mansfelder Land) geboren.
1772 wirkte er als Justizamtmann in Altengleichen bei Göttingen. Im Jahre 1789 wurde ihm der Professortitel in Göttingen zuteil, bevor er dann in eben jener Stadt am 08.06.1794 starb. Bürger sah als Schriftsteller seine Aufgabe darin die Bildungs- und Volksdichtung, sowie die Kunst -und Naturpoesie zu vereinen. Gottfried August Bürger hat es vor allem durch „Lenore“ (1773) geschafft der deutschen Ballade den Rang hoher Poesie zu verleihen.

 

 

Sturm und Drang (1767-1785)

1. Name

Der Name war ursprünglich der Titel eines Dramas von Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831); nach diesem Werk wurde die ganze Epoche genannt.

2. Grundcharakter

Der Sturm und Drang war seinem Wesen nach eine Protestbewegung und zugleich eine Jugendbewegung. Der Protest richtete sich gegen dreierlei:

  • die absolutistische Obrigkeiten in den deutschen Staaten sowie die höfische Welt des Adels,
  • das bürgerliche Berufsleben, das man für eng und freudlos hielt, ebenso wie die bürgerlichen Moralvorstellungen,
  • die überkommene Tradition in Kunst und Literatur.

In dem ersten Punkt stimmte man mit den Aufklärern überein, in dem zweiten Punkt stand man in Widerspruch zu ihnen, und was den dritten Punkt anging, so war man radikaler als die Aufklärer. Bei allen politischen Ideen war der Sturm und Drang in erster Linie eine literarische Strömung.

3. Der literarische Protest

Inhalte

Als Ideal galt nicht dem Dichter, der hochgebildet war und in jeder Gattung schreiben konnte bzw. der seine moralischen Lehren zum Ausdruck brachte (poeta doctus). Gepriesen wurde vielmehr das Genie, das sich seine Regeln und Gesetze selbst schafft. Im Genie äußerte sich nach der Vorstellung des Sturm und Drang die schöpferische Kraft der Natur. Die Natur wurde zum Inbegriff des Ursprünglichen, Elementaren, Göttlichen und war nicht mehr das vernünftig Geordnete wie in der Aufklärung.

Als wahrer Mensch wurde der "Kraftkerl", der Selbsthelfer angesehen, bei dem Denken und Handeln eine Einheit bilden, der Herr über seine geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte ist, der sich selbst treu bleibt und sich nicht scheut, gegen eine ganze Welt anzutreten - selbst um den Preis des Untergangs.

Das Gefühl, das eigene Ich wurde Gegenstand der Betrachtung; die Subjektivität des Menschen sollte sich ausleben und in der Kunst ausdrücken.

Formen

Es ist verständlich, dass solch radikale Gedanken schlecht zu den traditionellen Formen passten. Man verurteile daher die künstlerische Konvention, die Regelpoetiken des Barock und der Aufklärung.

Im Drama konnten die Ideen des Sturm und Drang am besten Gestalt werden. Als Hauptpersonen finden wir in ihnen Genies, Liebende, "Kraftkerle", die kompromisslos gegen die Wirklichkeit anrennen. Die Vorschriften der Regelpoetiken über die Einheit von Ort, Zeit und Handlung, über die klare Trennung von Tragödie und Komödie, über den Aufbau eines Dramas werden über den Haufen geworfen. Man folgte stattdessen dem Vorbild Shakespeares, den schon Lessing gepriesen hatte. Man übernahm die markanten Charaktere, die turbulente Handlung, die Mischung von tragischen und komischen Elementen in ein und demselben Stück, den häufigen Wechsel von Ort und Zeit, die Massenszenen.

Zum Schlüsselroman des Sturm und Drang und zum einzigen großen Erfolg wurde Goethes "Die Leiden des jungen Werthers", ein "Kultbuch" des 18. Jh., das nicht nur eine Modewelle verursachte, sondern sogar als Nachahmungstaten einige Selbstmorde auslöste. In diesem Roman wird nicht ein junger Mann zu moralischen Einsichten geführt wie im Roman der Aufklärung (s. Wieland). Held des Romans ist vielmehr ein junger Mann, der eine verheiratete Frau liebt und an dieser Liebe fest hält. Als er sein Ziel nicht erreichen kann, begeht er Selbstmord.

Auf dem Gebiet der Lyrik markiert ebenfalls das Werk des jungen Goethe einen entscheidenden Wandel.

Goethes frühe Jugendlyrik war noch dem Rokoko verhaftet. Rokokolyrik ist die Fortsetzung der Liebesdichtung des mittleren Stils (s. Barock). Die Liebe wird als scherzhaft erotisches Spiel dargestellt, in antikem Gewand, mit der Natur als Szenerie oder mitspielendem Partner.

Um 1770 beginnt Goethe Gedichte einer neuen Art zu schreiben, die so genannte "Erlebnislyrik". Den Gedichten liegen persönliche Erlebnisse zu Grunde, die im Gedicht zu allgemeinen Aussagen erweitert werden. Dazu greift Goethe aber nicht mehr auf die traditionelle Liebeslyrik zurück, sondern sucht zu seiner Aussage die ihr angemessene, individuelle Form und Sprache. Die Liebe teilt sich nicht in ernste-seelische oder scherzhafte-sinnliche Elemente auf wie bei der traditionellen Liebesdichtung, sie wird vielmehr als etwas Totales verstanden, umfasst Sinne und Seele. Sie ist ein persönliches Erlebnis und eine überpersönliche Macht zugleich. Die Liebe, Natur, das Göttliche und der Mensch bilden in diesen Gedichten eine unlösbare Einheit, einen letztlich harmonischen Kosmos, der Liebesglück wie Liebesleid gleichermaßen umschließt, dem einzelnen Geborgenheit bietet und die Quelle allen Lebens und Schaffens ist.

Die Goethesche Art der Erlebnislyrik prägt die deutsche Natur- und Liebeslyrik bis weit ins 19. Jh. hinein und bestimmt noch heutzutage das landläufige Verständnis von Lyrik (Lyrik ist Ausdruck von Gefühlen).

4. Vorbilder und Anreger

Auf Shakespeare als Vorbild der Stürmer und Dränger wurde schon hingewiesen. Der Schweizer Johann Kaspar Lavater (1741-1801) entwickelte den Geniebegriff. Johann Gottfried Herder (1744-1803) machte auf die Volksdichtung aufmerksam und verdrängte damit das Ideal der antiken Kunst. Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) war mit seiner gefühlsbetonten religiösen Dichtung "Der Messias" (1748) ein Idol des Sturm und Drang.

5. Werke und Autoren

Die Stürmer und Dränger kamen vorwiegend aus dem Mittel- und Kleinbürgertum; ihre literarischen Betätigungen suchten sie materiell durch Hauslehrer- oder Pfarrstellen abzusichern, denn von der Literatur konnten sie nicht leben. Es fehlte ihnen nämlich die soziale Resonanz, ihre Bewegung blieb auf die Bekannten beschränkt, mit denen man sich zu Männerbünden zusammenschloss (z.B. Göttinger Hain). (Goethes erwähnter Roman blieb eine Ausnahme.) Hauptorte des Sturm und Drang waren Straßburg, Göttingen, Frankfurt am Main. Für viele Dichter, v.a. Goethe und Schiller, war der Sturm und Drang nur eine vorübergehende Phase ihres Lebens und Schaffens. Viele Autoren und Werke waren nur zu ihrer Zeit den Interessenten bekannt und sind heute weit gehend vergessen.

Zu den bedeutendsten Schriftstellern und Werken gehören:

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

  • Zum Schäkespears-Tag (Rede) 1771
  • Sesenheimer Lieder 1770/71
  • Götz von Berlichingen (Drama) 1773
  • Prometheus 1773/77, Ganymed 1774 (Gedichte)
  • Die Leiden des jungen Werthers (Roman) 1774

Friedrich Schiller (1759-1805)

  • Die Räuber 1781 (Drama)
  • Kabale und Liebe 1784 (Drama)

Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1805)

  • Der Hofmeister 1774 (Drama)
  • Die Soldaten 1776 (Drama) 

 

 

Gedichtanalyse „Die Fürstengruft“ von Schubart (1783)

 

Das Gedicht "Die Fürstengruft" von Schubart entstand in der Zeit der Aufklärung und ist ein Politisches Gedicht. Schubart hat mit diesem Gedicht Kritik an dem prunkvollen Lebensstil der Fürsten ausgeübt. "Wie matt die großen Silberschilde funkeln!" (Vers 2, Z. 7/8).Schubart vergleicht das Fürstenleben mit dem Silberschild am Sarg des Fürsten, welches nun nicht mehr wie zuvor im Leben glänz, sondern matt geworden ist, jedoch immer noch funkelt.

Schubart möchte dem Leser verdeutlichen, dass die Fürsten selbst nach ihrem Tod noch mit ihrer Eitelkeit geprahlt haben. „Wo Eitelkeit, gelehnt an eine Bahre, aus hohlem Auge schaut.“ (Vers 3, Z. 11/12). Mit der Beständigkeit dieser Eitelkeit soll verdeutlicht werden, dass die Fürsten sehr einflussreich sind und dass man ihr Dasein nicht so leicht beschmutzen kann. Schubart macht auch deutlich, dass die Fürsten aus dem Volk niemand vermisst. „An ihren Urnen weinen Marmorgeister: Doch kalte Tränen nur von Stein, ...“ (Vers 5, Z. 17/18).

Durch den harten Marmor und die kalten Tränen aus Stein soll symbolisiert werden, wie gefühlskalt selbst die wenigen trauern. Des weiteren wird starke Kritik an der Willkürherrschaft der Fürsten ausgeübt. „Der Menschheit Schrecken! – Denn an ihrem Nicken Hing Leben oder Tod.“ (Vers 6,Z. 23/24). Die Fürsten werden als etwas schreckliches dargestellt und es wird verdeutlicht, wie kaltherzig sie mit einem Nicken über das Leben eines Menschen entschieden. Wenn zum Beispiel ein Weiser dem Fürsten widersprach, so wurde er oft mit Gefängnis, Folter oder gar dem Tod bestraft. „Den Weisen, der am Thron zu laut gesprochen, In harte Fesseln schlug.“ (Vers 7, Z. 27/28). Schubart stellt heraus, dass die Fürsten vergänglich sind. „Mit Staub und Würmern zugedeckt, So stumm, so ruhmlos! –Noch von keinem Gotte Ins Leben aufgeweckt!“ (Vers 9, Z. 34 –36). Durch die Vergänglichkeit der Fürsten werden diese nach ihrem Tod mit dem Volk gleichgestellt. Schubart macht in seinem Gedicht auch deutlich, dass dem Volk von den Fürsten durch Steuern die Lebensgrundlage genommen wurde. „Ihr Scharen, die sie arm gemacht!“ (Vers 10, Z.38). Dadurch, dass er die Fürsten als Scharen bezeichnet mach er deutlich, dass der großen Menge an Fürsten nur eine kleine Volksgruppe gegenübersteht, die nicht viel gegen diese Tyrannei ausüben kann. Das Volk ist in allen Dingen schutzlos den Tyrannen ausgeliefert. „Dem ein Tyrann den Vater nahm“ (Vers 12, Z. 46). Schubart richtet sich mit einem Appell an das Volk, die Tyrannen nicht zu erwecken und versichert ihnen, dass sie ihre Strafe für die begonnenen Taten noch bekommen werden. Des weiteren appelliert er an das Volk nicht so zu werden, wie die Fürsten. „Ihr aber, bessre Fürsten, schlummert süße Im Nachtgewölbe dieser Gruft! Schon wandelt euer Geist im Paradiese, Gehüllt in Blütenduft.“  (Vers 15, Z. 57 –60). Zum Schluss stellt Schubart dem Leser die Frage, ob er denn zu herrschen in der Lage wäre. „Wie wird’s euch sein, wenn ihr vom Sonnenthrone des Richters Stimme wandeln hört: `Ihr Brüder, nehmt auf ewig hin die Krone, Ihr seid zu herrschen wert.`“ (Vers 18, Z. 69 –72).

 

 

 

"Die Physiker", Friedrich Dürrenmatt

 

Die Thematik des Stücks lässt eine Transformation der Charaktere auf politische und gesellschaftliche Verhältnisse der Welt zu. Die einzelnen »Individuen« bezeichnen ganze
Systeme, sind Teil solcher Systeme und (Macht-)Strukturen. Letztlich geht es um den apokalyptischen Zustand, in dem sich die Welt befindet, um Macht und um die Unmöglichkeit des einzelnen, sich dem entgegenzustellen.

1. Die (Haupt-)Personen

1.1. Frl. Doktor von Zahnd

»Frl. Dr. H.c. Dr. Med. Mathilde von Zahnd« ist Gründerin, Eigentümerin und oberste Ärztin des Sanatoriums »Les Cerisiers« und betreut in jenem » [...] die ganze geistig verwirrte Elite
des halben Abendlandes (S. ).
Frl. von Zahnd ist eine »buckelige [fünfundfünfzigjährige] Jungfer« und stammt ab von einer machthabenden ureingesessenen Familie, die zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorbrachte - wie den Vater (Wirtschaftsführer), den Onkel (Politiker) oder den Generalfeldmarschall Leonidas von Zahnd - und »deren letzter nennenswerter Spross sie ist«
(S. ). Die letzten Lebenden der traditionsreichen Familie - Tante Senta und Vetter Ulrich -
verweilen in ihrer Klinik.
Ein weiterer Teil der alten Familie ist in ihrem Sanatorium gestorben. Frl. von Zahnd beschreibt es sogar als »[...] medizinische[s] Wunder [...], [dass sie] für relativ normal gelten darf [...], was [ihren] Geisteszustand betrifft« (S. ). Angesichts einer so verfallenen Familie scheint diese Bemerkung sehr verständlich.
Sie selbst beschreibt sich als »Philanthrop« (S. ); im Gegensatz zu ihrem Vater, der
scheinbar ein wahrer Misanthrop war und ganz besonders seine Tochter Mathilde hasste: »Er hasste mich wie die Pest, er hasste überhaupt alle Menschen [...]« (S. ).
Hinsichtlich des Wirtschaftens stellt sich Fräulein von Zahnd - wie auch ihre Ahnen - als sehr erfolgreich heraus, denn in ihrem Haus sind stets die wohlhabendsten Funktionäre aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft untergebracht. Medizinisch genießt sie »Weltruf«
(S. ).
In diesem ersten Akt wird ein Bild entworfen, [...] »das ausschließlich Zutaten einer heilen Welt zu verarbeiten scheint: die tüchtige Kauffrau, die angesehene Ärztin und namhafte Wissenschaftlerin [...]« (Berger, 1993: 45) Frl. Doktor Zahnd zeigt sich sehr sozial und freundlich. Im Gespräch mit Frau Rose sichert sie die fortdauernde Unterkunft des Herrn Möbius zu - auch ohne Bezahlung durch Frau Rose - und verspricht: »Aber nein, Frau Rose. Unser braver Möbius bleibt hier in der Villa« (S. ), als Antwort auf die Befürchtung, die Frau Rose plagte, ihr ehemaliger Mann könnte in eine staatliche Heilanstalt verlegt werden (S. ).
Sie charakterisiert sich auch selbst als menschlich: »Ich bin schließlich kein Unmensch (S. ). Dem entgegen zeigt sich ihre später ins Bild tretende Sucht nach Macht schon früh, und zwar gegenüber Herrn Inspektor, dem sie energisch und bestimmend deutet, dass sie entscheidet , »für wen sich meine Patient halten [...] (S. ).
Auch ihren noch verbliebenen Verwandten gegenüber lassen sich Zeichen strikter Bestimmtheit und Zielstrebigkeit ablesen. Die Oberschwester berichtet ihr, dass Tante Senta »unruhig« ist, woraufhin Fräulein Doktor von Zahnd skrupellos den Befehl zur Verdoppelung der Dosis - vermutlich der Psychopharmaka - erteilt (S. ).
Die Situation mit Frau Rose lässt dieses Aufflackern negativer Charakterzüge jedoch gleich wieder verschwinden. Das positive Bild ist wieder hergestellt.
Ihren Patienten bringt Frl. von Zahnd viel Verständnis und Empathie entgegen; auch der Mord des Herrn Ernesti (Einstein) wird ihm nicht angelastet. Sie ist verständnisvoll und zollt ihm sogar Lob für sein Geigenspiel (S. ).
Im ersten Akt erfährt der Rezipient Eigenschaften der Ärztin, die er als normale Eigenschaften von Ärzten beschreiben würde. Sie erweist sich als human und einfühlsam gegenüber Patienten, dem Inspektor und der Familie Rose. Nur andeutungsweise zeigt Dürrenmatt den eigentlichen und »verdeckten« und später sogar offen zutage tretenden Charakter Frl. v. Zahnds.
Im zweiten Akt kippt der einst positive Eindruck jedoch und wandelt sich schließlich völlig ins Gegenteil.
Nach dem dritten Mord in ihrer angesehenen Klinik sitzt Fräulein Zahnd »düster« und »in sich versunken« (S. ) im Salon.
Reinsten Egoismus beweist sie darüber hinaus, als sie den Mord als solchen nicht schlimm findet, sondern lediglich die Tatsache, dass er schlimme Folgen für »Les Cerisiers« haben wird. »Dieser dritte Unglücksfall hat mir in »Les Cerisiers« gerade noch gefehlt. Ich kann abdanken« (S. ).
Der Mord scheint sie nicht sonderlich zu beunruhigen, sondern vielmehr die Tatsache, dass der Mord Folgen für sie haben wird. Der unnatürliche Tod der Schwester ist für sie »noch nicht [mal] das Schlimmste«. »Mein medizinischer Ruf ist dahin« fürchtet sie verzweifelt (S. ).
Hier zeigt sich erstmals, welche Strukturen der Denkapparat Fräulein von Zahnds aufweist. Die ehemals menschlich wirkende Person scheint nunmehr angegriffen und einst positive Charakterzüge wandeln sich in unmenschliche ab. Frl. Doktor von Zahnd scheint plötzlich nur an sich zu denken und entwickelt sich zum Gegenpol der Person, die sie im ersten Akt verkörperte.
Das eigentliche Vorhaben, die Berechnung und Kälte zeigt sich erstmals völlig deutlich, als sie sich selbst artikuliert. So berichtet sie, dass die Morde der drei getöteten Schwestern »Heldentode« gewesen seien. Heldentode in ihrem Sinne - Sind die Schwestern doch für ihren Zweck als Opfer missbraucht und aus ihrer Sicht Helden geworden. Sie bezeichnete sie als Helden mit einem Beigeschmack von Ironie.
Sofort schließt sich die nächste »Offenbarung« an. Sie befiehlt den Angestellten, die »Koryphäen« zu holen, denn diese sind »nicht da, um zu schlemmen, sondern um zu arbeiten« (S. ). Hier wird ihre Absicht relativ deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Wissenschaftler der Physik sollen für sie dienlich werden, sind nicht zum Vergnügen im Sanatorium, sondern um für sie tätig zu werden. Auch der Oberpfleger tritt ihr mit entsprechendem Respekt entgegen: »Zu Befehl, Boss« (S. ).
Schon beim nächsten Zusammentreffen mit den Physikern entblößt sie ihren bis dahin nicht komplett zu durchschauenden Charakter.
Aber trotz der Überraschung der Physiker, der militärischen Befehlsgewalt und des völlig konträren Charakters (im Vergleich zu Akt 1 ) wirkt die Szene nicht unstimmig.
Ganz gelähmt und verblüfft werden die Physiker erst, als Frl. von Zahnd ihre Vision von Salomo verkündet (S. ). »Die drei starren sie verblüfft an« (S. ).
Doch die Erkenntnis der Physiker, dass Frl. v. Zahnd verrückt geworden ist - sie handelt plötzlich im Namen Salomos, verbindet sich mit ihm - löst den ersten Schock gleich wieder auf. Der Höhepunkt wird erreicht, als die »irre« Ärztin - hier scheint sich das Wortspiel Dürrenmatts Irrenärztin / irre Ärztin zu bestätigen - zugibt, dass sie die Morde einkalkuliert hat und ihren Plan von der Weltbeherrschung verkündet. Ihre »Rechnung ist aufgegangen. Nicht zugunsten der Welt, aber zugunsten einer alten, buckligen Jungfrau« (S. ). Sie beschreibt: »Mein Trust wird herrschen, die Länder, die Kontinente erobern, das Sonnensystem ausbeuten, nach dem Andromedanebel fahren« (S. ).
Obwohl sie verrückt geworden ist, zeigt sie sich als absolut ruhige und souveräne Figur, und das trotz der Dramatik der Geschehnisse: »Fräulein Doktor spricht alles still und fromm« (S. ). Sie ist sich ihrer Macht absolut sicher und genießt in ironisch-ruhiger Weise den Triumph über die Physiker, die Welt, das Universum. Sie bestimmt: »Ich [...] übernehme seine (Salomos) Macht« (S. ), »[d]as Weltunternehmen startet« (S. ). 

1.2. Die Physiker

Die Patientenschaft des Sanatoriums ist von der Irrenärztin von Zahnd sortiert worden: »Ich sortiere. [...] die Physiker zu den Physikern« (S. ).
Die drei Physiker stellen dabei nebst der Ärztin die bedeutendsten Personen im Stück dar. Herr Möbius entpuppt sich dabei als die zentrale Person der drei , wobei das Handeln des Herrn Beutler oder Herrn Ernesti ebenfalls entscheidend, nicht aber zentral ist, wie das des Herrn Möbius.

1.2.1. Möbius

Den Gegenpol zu Frl. von Zahnd stellt der Patient Möbius dar, der gleichzeitig die zweite zentrale Person im Stück darstellt.
Er vereinigt manche bezeichnende Epitheta auf sich: »mein liebes, liebes Johann Wilhelmlein« (S. ) oder auch »unser braver Möbius« (S. ).
»Ich liebe Sie» (S. ) beteuert Monika ihr Verhältnis zu Möbius, äußert sogar, dass sie mit ihm schlafen möchte (S. ).
Außerdem war Her Möbius »bester Schüler« (S. ) des Physikers Scherbert und Newton hält ihn »[...]für den größten (auch genialsten) Physiker aller Zeiten« (S. ).
Weitere Charakterzüge zeigen sich in seinem Lebenslauf, den Frau Rose Frl. Doktor schildert. So lernte er Frau Rose »als Fünfzehnjährige[r] Gymnasiast [...] kennen« (S. ), denn er zog in die Mansardenwohnung des Vaters von Frau Rose. Er war »bitter arm« und »ein Waisenbub« (S. ) beschreibt Frau Rose. Dass Herr Möbius schon immer ein ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch mit ernsten Vorsätzen war, zeigt sich in seiner Bildungslaufbahn. Er macht das »Abitur« (S. ), das ihm Frau Rose finanzierte und studierte im Anschluss Physik. Sie heirateten, als Herr Möbius zwanzig Jahre alt war und das gegen den Willen des Elternhauses. Zielstrebig schrieb er die Dissertation und schließlich »stand eine Professur in Aussicht, da wurde Johann Wilhelm krank» (S. ).
Aus der Ehe mit Frau Rose gehen drei Kinder hervor. Herr Möbius scheint in »psychologischer Hinsicht [...] lebenstauglich« (Berger, 1993: 51).
Die Auswanderung aus der Realität in das Irrenhaus ist Folge seiner physikalischen Erkenntnisse. Er sieht sich gezwungen, sich selbst als Verrückten auszugeben (er gibt vor, Salomo erscheine ihm), um die Menschheit vor verheerenden Auswirkungen durch die von ihm entdeckte »Weltformel« zu bewahren. Das Genie Möbius scheitert an seiner strikten Rationalität und seinem Verantwortungsbewusstsein. Er scheint Märtyrer für die Welt zu sein, ist es aber nicht, denn er flüchtet, gibt für seine Flucht seine Familie auf, die ihn in langen Qualen und Strapazen und steter Hilfe zum Erfolg führte, den er ablehnt. Er selbst postuliert moralische Entscheidungen, widerlegt sie aber gleichzeitig durch sein Handeln.
Zum erstenmal tritt er beim Abschied seiner Familie auf und sorgt für einen kräftigen aber gespielten Tobsuchtsanfall, der seine Familie geradezu vertreibt.
In diesem Moment gibt er sein eigentliches Leben völlig auf, unterwirft sich seiner Erkenntnis und täuscht den Verrückten in drastischer Manier vor. Die Aufgabe der Familie, die Ablehnung der Hilfe durch seine Familie und schließlich gar die Vertreibung der Angetrauten samt der Kinder zeigt deutlich »sein soziales Versagen« (Berger, 1993: 52). »Packt euch fort! Schleunigst!« (S. ) ruft er aus, um seine Familie in die Flucht zu treiben, wünscht ihr sogar den Tod: »Ihr sollt verflucht sein! Ihr sollt mit den ganzen Marianen im Marianengraben versaufen! [...] von Gott vergessen und den Menschen« (S. ).
Gesteigert wird sein Verhalten durch den Mord, den er am Ende des ersten Aktes zur Bewahrung der Erkenntnis an Schwester Monika begeht. Sie gesteht ihm ihre Liebe, verkündet ihm ihr Wissen über alles und will ihn dazu bewegen, wieder in die Physik zurückzufinden. Um seine Erkenntnis weiterhin zu verdecken, bringt Möbius Schwester Monika um, wie es schon seine Kontrahenten mit den Schwestern taten.
Später rechtfertigt er den Mord an Schwester Monika: »Ich habe getötet, damit nicht ein noch schrecklicheres Morden anhebe« (S. ) und schiebt die Schuld sogar auf Schwester Monika ab, da diese »nicht begriff, dass es heute die Pflicht eines Genies ist, verkannt zu bleiben« (S. ).
Die völlige Sicherheit zur Bewahrung der Erkenntnis sollte allerdings der Selbstmord des Herrn Möbius sein, den er aber nicht begeht. Sein Leben verspielte er schon zu dem Zeitpunkt, zu dem er ins Irrenhaus flüchtete und seine Familie aufgab. Seine Qual wurde aber nicht beendet; ständig lebte er mit der schwerwiegenden Verantwortung, die »Weltformel« entdeckt zu haben. Ein Selbstmord hätte sicherlich andere Morde erspart und sein Leiden beendet. Dennoch verzichtet er darauf und scheitert später, als Frl. Doktor die »Weltmacht« durch seine »Weltformel« erlangt. Er beschreibt selbst: »Es gibt für uns Physiker nur noch die Kapitulation vor der Wirklichkeit«, was sich am Ende in doppelter Hinsicht zeigen sollte. Einerseits kapituliert er vor der Erkenntnis, andererseits kapituliert er generell, da die Wirklichkeit nicht aufzuhalten ist, die Weltformel doch die Welt erreichte und Verheerendes anrichtet in den Händen einer »irren« Irrenärztin.
Berger beschreibt treffend:
Möbius ist ein unmoralischer Idealist. Seine vorgebliche Geisteskrankheit definiert sich über die Inanspruchnahme einer Symbolfigur für menschliche Weisheit, des Königs
Salomo (Berger, 1993: 53).
Trotz des Geniegeistes und den vergeblichen Versuchen, die Menschheit zu bewahren, sei es durch die Flucht ins Irrenhaus oder durch die Überzeugungsarbeit, die er an den beiden Physikern Einstein und Newton versucht und auch durchsetzt, scheitert Möbius am Ende. Sein Spiel, der Menschheit einen Verrückten vorzuspielen, war von Anfang an durchschaut, die Realität holte ihn ein.

1.2.2. Newton und Einstein

Der Physiker Alec Jasper Kilton wohnt unter dem Falschnamen Herbert Georg Beutler im Irrenhaus »Les Cerisiers« und spielt einen Verrückten vor, der sich für Newton hält. Ebenso sein Gegenspieler Joseph Eisler, der unter dem Namen Ernst Heinrich Ernesti in das Sanatorium kam und sich angeblich für Einstein hält. Beide sind in Wirklichkeit jedoch Geheimagenten rivalisierender Mächte. Einstein ist Agent des Ostens, sein Widersacher Newton Geheimagent des Westens. Die beiden Agenten der unterschiedlichen Gesellschaftssysteme haben das gleiche Ziel, nämlich die Beschaffung der »Weltformel«, damit diese den unterschiedlichen Systemen (West / Ost) nutzbar gemacht werden kann.
Beide lernt der Zuschauer zuerst als Irre kennen, die sich für die genialen Physiker Newton und Einstein halten. Newton allerdings gibt im Gespräch mit dem Inspektor zu, gar nicht Newton zu sein, sondern in Wirklichkeit Einstein. Er berichtet dem Inspektor, dass er nur vorgebe, Newton zu sein, um den verrückten Herrn Ernesti (alias Einstein) nicht zu beunruhigen. »Wenn Ernesti nun erführe, dass ich in Wirklichkeit Albert Einstein bin, wäre der Teufel los« (S. ).
Im Verlauf des Dramas wird aber deutlich, wer sie wirklich sind. Beide haben eine Krankenschwester umgebracht, wie es auch Möbius tat, um sich vor der Entlarvung zu schützen. Durch den sinnlos scheinenden Mord an den Schwestern wird ihre angebliche Verrücktheit aber bekräftigt, ihr Aufenthalt legitimiert. So musste Newton seine Krankheit »durch einen Mord endgültig beweisen« (S. ).
Nachdem sich das Sanatorium in ein »Gefängnis« verwandelt hatte, scheint es für Newton endlich dringlich geworden zu sein, mit Möbius zu reden. »Ich will nämlich hinaus« (S. ), gesteht er Möbius und berichtet ihm folgend, wer er wirklich ist, nämlich Kilton, »der Begründer der Entsprechungslehre« (S. ) und gleichzeitig Geheimagent. Einstein kommt den beiden bzw. Newton zum gleichen Zeitpunkt auf die Schliche und schaltet sich sofort ein. Auch er gibt zu, »Mitglied eines Geheimdienstes« (S. ) zu sein und ist »[d]er Entdecker des Eisler-Effekts« (S. ).
Newtons Einstellung zur Wissenschaft und Verantwortung zeigt sich deutlich im Zwiegespräch mit Möbius:
Es geht um die Freiheit unserer Wissenschaft und um nichts weiter. Wir haben
Pionierarbeit zu leisten und nichts außerdem. Ob die Menschheit den Weg zu
gehen versteht, den wir ihr bahnen, ist ihre Sache, nicht die unsrige« (S. )
Er legt die Verantwortung über die Wissenschaft ab. Dies ist Aufgabe des Menschen. Newton plädiert für freies Forschen und Lehren und verfolgt vordergründig das Ziel einer freien Wissenschaft, obgleich er sich auch bewusst ist, dass er für die westliche Macht einen ungeheuren Dienst leistet. Daraufhin meint Einstein, Newton sei »ein jämmerlicher Ästhet« (S. ). Einstein selbst geht es vordergründig um die mit der Wissenschaft verbundene Macht. Er »verpflichte[t] die Physik im Namen der Verantwortung der Machtpolitik eines bestimmten Landes« (S. ).
Letztlich müssen beide Physiker - wenn auch mit anderem Wissenschaftsverständnis - Möbius gegenüber ihre Unfreiheit in bezug auf die Machtpolitik zugeben. Beide berufen sich auf die »Landesverteidigung« (S. , S. ). Diese bedingt also den Wunsch nach Besitz der »Weltformel«, um die Selbstverteidigung (Landesverteidigung) einerseits und den Ausbau der Macht andererseits sicherzustellen. Der Besitz der Weltformel würde dem jeweiligen Gesellschaftssystem bzw. dem jeweiligen Staat die absolute Macht auf Erden verheißen.
Schließlich jedoch kann Möbius die beiden Agentenphysiker überzeugen, ihren Plan fallen zu lassen und gemeinsam mit ihm in Unfreiheit für die Freiheit der Menschheit zu leben.
Er plädiert an ihre Vernunft, dass eine solche Weltformel nicht Vorteile bringe, sondern den »Untergang der Menschheit« (S. ).
Zuletzt gedenken die beiden Physiker zusammen mit Möbius der verstorbenen Schwestern in einer »sentimentalen« Minute. »Auf unsere Krankenschwestern« (S. ) heißt es, bevor sie auf
jene anstoßen.
Um sich selbst nicht zu verraten (gegenüber Frl. Doktor beispielsweise) fahren sie mit dem Verrücktsein fort; mit gutem Gewissen, die Menschheit gerettet zu haben, was sich aber als Farce herausstellt.
Auch sie scheitern wie Möbius an Frl. Doktor von Zahnd. Haben sie doch weder die »Weltformel« für sich nutzbar machen können, noch die Menschheit gerettet.

 

 

Hausaufgaben Fach Englisch:
Aldous Huxley's "Brave New World"
Education Rita - the film
Ray Bradbury's "Fahrenheit 451"

 

Brave New World - "The Perfect World"

Aldous Huxley's Brave New World presents a portrait of a society which is superficially a perfect world. At first inspection, it seems perfect in many ways: it is carefree, problem free and depression free. All aspects of the population are controlled: number, social class, and intellectual ability are all carefully regulated. Even history is controlled and rewritten to meet the needs of the party. Stability must be maintained at all costs.

In the new world which Huxley creates, if there is even a hint of anger, the wonder drug Soma is prescribed to remedy the problem. A colleague, noticing your depression, would chime in with the chant, "one cubic centimetre of soma cures ten gloomy." This slogan is taught to everyone, from the youngest to the oldest. Unhappiness, intellectual curiosity, disagreement, suffering - none of these feelings is allowed in the world which Huxley creates. At the first sign of unhappiness, Soma is prescribed. Emotions of all types are strictly controlled to provide stability and predictability within the population.

Another of the panaceas for social ills is the belief that everyone would enjoy his or her work because he or she was "made" or trained for it when young. Consequently, from birth, everyone in Brave New World is slotted to belong to a specific social and intellectual strata. In conjunction with this idea, all births are completely planned and monitored. There are different classes of people with different intelligence and different "career plans." The social order was divided into the most highly educated, the Alpha+, and then in descending intelligence, the following divisions: Alpha, Beta, Beta -, Gamma, Delta, and Epsilon, which is the last group comprised of those citizens of the lowest intelligence who are necessary to perform society's most menial jobs.

Another of the problems with the society which Huxley depicts is that the people do not have individuality. They are all conditioned by subliminal messages and artificial stimuli to respond the same way. Although all people are meant to respond identically without thinking, a few are made 'imperfectly' and, as a result, do have personalities. These people violate the principles of technology and artificial personalities and consequently have to be sent away so as not to "contaminate" others. To maintain order in Brave New World, the Resident Controller must have complete authority over more than just the present; he must also have influence over the past. In order to be able to achieve this, he must be able to rewrite history. This gives rise to one of the most famous quotation from Brave New World, "All history is bunk." The ability to rewrite or "edit" history is not so far distant from our current technological society. A simple stroke of the computer keyboard can make a global change in information disseminated on a network or to thousands of electronic bulletin board subscribers. Being able to distinguish the true from the false is becoming increasingly difficult. Brave New World focuses constantly on the question of whether technology requires a sacrifice of human individuality. In this novel the reader is keenly aware of the dangers that homogeneity poses to the quality of life. People may enjoy life with technological advances, but if they are required to forfeit individual personalities or interpretations about life, Huxley makes us see that life will become meaningless.

In comparison to 1984, Brave New World makes the technology less obvious to the members of the society themselves. The characters in Brave New World participate willingly in their manipulation by the government. They happily take the wonder drug Soma, "the wonder drug." In contrast, in 1984 the people seem to sense they are being controlled by Big Brother, but here the domination is imposed on them by the government. 

 

 

Education Rita

This film is about a young woman, called Rita, who wants to studdy at the open university. Rita is an open-minded person and she is very talkative. She speaks in the Cockney dialect and she is always saying what she thinks. She is a self-conscious person and she is curious to learn, to change her life.

The professor, called Frank, is a very different type of person, but Rita thinks to like him from the first moment. Frank is a calm and passiv person, but in different to Rita he is well educated. He is talking in the Scouse dialect. Frank seems to be alcoholic, becaus he drunk a cognac durin the lesson. He is a melancolic type, perhaps because of the alcohol.

Rita and Frank seem to live in two difference wolds. For example Rita is talking about a book she likes, but the professor had never heard of this book before.

 

 

Ray Bradbury's "Fahrenheit451"

1.    About Ray Bradbury

Ray Bradbury was born on August, 22nd  in 1920 in Illinois. His mother was born in Stockholm and came to Illinois in 1890. His father comes from a family of newspaper editors.

In 1934 he went to Los Angeles with his family. Ray made his high-school conclusion and worked at a newspaper-boy. With the age of eleven years he was interested in enchantments, horror films and later in science-fiction-Groschenhefte. When he was twelve years old, he read out comics in the radio.

In 1941 his first article was published in the magazine “Super Science Stories” and then he climbed up and in 1950 he had his climax with his book “The Martian Chronicles” or “The Silver Locusts”. In 1951 followed his book “The Illustrated Man” and in 1953 “Fahrenheit 451”.

Ray Bradbury also wrote short stories, poems, essays, novels, plays, verse, television scripts, and screenplays. His books “Fahrenheit 451” and “The Illustrated Man” were filmed.

Ray Bradbury was one of the authors, who wanted to show that science fiction shows interesting future possibilities. With his short-stories “The Martian Chronicles” and “The Illustrated Man” he made clear, that he is fewer interested to describe the scientific advance as the loosing of the individuals in a technical perfect world. In a lot of Ray Bradburys novels he replays the fears of the people in America in the 50th, the fear of an atomic war, the wish of a more easy life or the reaction to racism.

Ray Bradbury never learned driving or went into a plant, but the Times Magazine wrote , that “He verkörpert a piece of American mythology”. In the year 2000 Ray Bradbury was awarded The National Book Award for Distinguished Contribution to American Letters last fall.

http://www.geocities.com/Area51/Shire/2797/autor/zbradb.htm
http://www.biblioforum.de/buch_fahrenheit_451.php

http://www.raybradbury.com/about.html

 

2.      About the film “Fahrenheit 451“

The film „Fahrenheit 451“ was filmed by François Truffaut in the year 1966. This film was one of the best films of the 60th. The atmosphere of the book was repeated very good, but it is said, that it was formed in the same quantity of Bradbury as of Truffaut.

The title of the film is the same as the one of the book, “Fahrenheit 451”, the temperature at which book-paper catches fire and burns.

The story is about the fireman Guy Montag, who has the job to burn books and papers, to avoid the confrontation of the population with complicated thesis (Thesen), not cleared up questions or complex problems, to avoid not necessary worries and to destroy the last witnesses of individualistic thinking in an automated world. The most people are already happy with the daily soaps and have never the idea of asking how or why some things had came. Interpersonal connections are reduced on talks about the soap of the last day and takes place in front of the television. When Montag met Clarisse, a  not to the society fit romantic girl, doubts of the right of his doing came up in him and at last he read a book instead of burning it and that brought a big change in his live. Guy Montag started to think about the real and bleak world in which he lives and starts to rebel against the state.

http://www.hoerbuecher4um.de/Rezensionen/Besprechungen/ABC/451Fahr.htm
http://www.biblioforum.de/buch_fahrenheit_451.php

 

3.      My critique on the book “Fahrenheit 451”

The atmosphere in the book is very pessimistic and without any hope, but it has also fascinate me, when I read the book. Ray Bradbury created a imagined world, not for the use that it seamed real, but to point to the social problems which already exists in our society, to open the eyes of the people and to warn them.

The characters in the book have unique (einzigartig) traits with which the reader is able to identify himself. That leaves (zurücklassen) a lasting (nachhaltend) impression on the reader and makes him to think more about the situation in which he lives and the thinks he is doing.

I think that Bradbury shows the machines as inspired (beseelt) beings when he describes the mechanical hound (Jagdhund), the flame-thrower or the stomach pump. That might be a symbol for the from the people aroused (entfesselt) and then escaped power of the machines.

I think that Ray Bradbury wanted the people to think about, what a world without books would be bring with it. I feel very oppressed (beklemmt), when I think about it. It would be very easy for the rulers to keep the humanity stupid, if they forbid to write or read books or papers.

At first the novel seemed to be a fictional fantasy, but if we think how often there were already book-burnings, it gains (gewinnen) in credibility (Glaubwürdigkeit). If the State says what is allowed to read and what not,  it limits (einschränken) the thinking and development of the people and the state is able to pretend (vorgeben) a philosophy of life (Weltanschauung) to them, which fits for it in the moment. I think it is also connected with the thing, that we often believe in an information we get, without asking or proving if it is the right information.

A lot of the things in Ray Bradburys novel apply (zutreffen) already in our society. The violence is grooving up and everything is getting faster, louder and more comfortable. In the book Bradbury named the example that a production is tuned louder, if it is boring. The same thing is in the films we have in our time. If there is no content (Gehalt) they put in some special effect and everybody says that it is a good film.

Bradbury put the novel into a culture criticising intention, when he put aspects of our society into a future vision.

 

 

Hausausgaben Fach Erdkunde:
Wirtschaftssektoren - Stichwortzettel
Arbeitsplätze im Tertiären Sektor
Arbeitsplätze im Tertiären Sektor - Stichwortzettel
Deindustriealisierung, Reindustrialisierung, Tertiärisierung
Das Ruhrgebiet - ein Wirtschaftsraum mit Zukunft

Verkehrsprobleme durch Suburbanisierung
Tourismus

 

Wirtschaftssektoren - Stichwortzettel

 

A G R A R G E S E L L S C H A F T

Dominanz des primären Sektors
Phase I des demographischen Übergangs: Hohe Geburten- und Sterberate -> geringer Zuwachs
Kinder als Arbeitskraft und Altersvorsorge

Großer moralischer Einfluss der Kirche

Geringer medizinischer Standard (Seuchen, hohe Kinder- und Wöchnerinnensterblichkeit)

Hoher Grad an Selbstversorgung

 

I N D U S T R I E G E S E L L S C H A F T

Dominanz des sekundären Sektors
Phase II und III des demographischen Übergangs: erst gleichbleibend hohe, dann sinkende Geburtenrate, rapide sinkende Sterberate -> hoher Zuwachs "Bevölkerungsexplosition"

Industrialisierung à Landflucht à Verstädterung
Kinder als "Kostenfaktor"
Kinderfeindliche Lebensbedingungen

Eingeführtes Versicherungswesen (Altersversicherung)

„Pillenknick“ (Ende der 60er Jahre)

medizinischer Fortschritt (Impfstoffe)

D I E N S T L E I S T U N G S G E S E L L S C H A F T
Dominanz des tertiären Sektors
Phase IV des demographischen Übergangs. niedrige Geburten- und Sterberate ->
geringe Zuwachsrate

Kinder als „Kostenfaktor“

Berufstätigkeit der Frau

Höchster medizinischer Standard
Hoher Anspruch an die Lebensqualität
Langsame Bewusstseinsveränderung

 

 

Arbeitsplätze im Tertiären Sektor

Umfrage der DIHK-Organisation: Service kommt beim Kunden gut an

Viele Wachstums- und Beschäftigungshoffnungen ruhen auf dem Dienstleistungssektor. Das Jobwunder in den USA, wo viele Arbeitsplätze im tertiären sektor neu geschaffen wurden, ruft Nachahmer auf den Plan. Ist die Dienstleistungsgesellschaft auch für die Industrienation Deutschland ein Modell für die Zukunft?
Die DIHK-Konjunkturumfrage vom Frühjahr 2002 unter mehr als 8 400 Dienstleistungsunternehmen hat es deutlich gezeigt: In einer Zeit der allgemeinen Konjunkturflaute, in der die Hoffnungen der Wirtschaft vor allem auf dem allmählich anziehenden Export ruhen, erweisen sich viele Unternehmen des Dienstleistungssektors als eine Stütze der Konjunktur. Innerhalb des Dienstleistungssektors entfalten eine Reihe von Branchen weitgehend unberührt von der schlechten Wirtschaftslage eigene Kräfte. Zu Beginn des Jahres 2002 zeigten sich vor allem IT-Dienstleister, Dienstleister aus dem Film- und Medienbereich, die Versicherungs- und die Kreditwirtschaft aber auch die Sicherheitswirtschaft und Dienstleister aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung zufrieden. Sie blicken zuversichtlich nach vorn.

Nur ein Teil der unternehmens- und konsumnahen Dienste zeigt sich konjunkturabhängig und entwickelt sich im Sog der allgemeinen Industrie- und Konsumflaute verhalten. Besonders betroffen waren zu Jahresbeginn 2002 die Unternehmen des Verkehrsgewerbes, die Immobiliendienstleister oder die Werbewirtschaft, aber auch konsumnahe Dienstleistungen der Freizeitwirtschaft.

Dienstleistungsgesellschaft ist Realität
Die Dienstleistungsgesellschaft ist in Deutschland längst keine Vision mehr, sondern Wirklichkeit. Inzwischen entfallen rund zwei Drittel der Wertschöpfung und der Erwerbstätigen auf den Dienstleistungssektor. Das Bild wird noch deutlicher, wenn man außerdem berücksichtigt, dass auch in Industrieunternehmen immer mehr Mitarbeiter Dienstleistungsfunktionen übernehmen. Die Wachstumspotenziale sind noch lange nicht ausgeschöpft. Alle Prognosen deuten darauf hin, dass sich der Anteil der Dienstleistungen noch weiter erhöhen wird. Als Orientierung können die USA dienen, dort macht der tertiäre Sektor heute bereits drei Viertel des Bruttoinlandsproduktes aus.

Die Vorreiterrolle der USA ist nicht allein Folge der viel beschworenen "Dienstleistungsmentalität" der Amerikaner. Gute Dienstleistungen anzubieten, ist vielmehr auch eine Frage des richtigen Managements. Was in der Industrie schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, hält erst ganz allmählich Einzug in die Dienstleistungsbranchen: "Serviceentwicklung", "Servicedesign" und "Servicequalität" sind Themen, mit denen sich immer mehr Dienstleistungsmanager in Deutschland befassen.

Der Erfolg scheint sich allmählich einzustellen. Obwohl sich das Image der "Servicewüste Deutschland" hartnäckig hält, sind die Kunden mit Deutschlands Dienstleistern so zufrieden wie selten zuvor. Der "Kundenmonitor Deutschland", eine jedes Jahr von der Service Barometer AG durchgeführte Kundenbefragung, belegt, dass sich die Kundenzufriedenheit nun schon seit mehreren Jahren kontinuierlich steil nach oben entwickelt.

Wachstumspotenziale noch nicht ausgeschöpft
Drei Ursachen sind es vor allem, die den Servicebereich in Zukunft weiter vorantreiben: Erstens sind durch die technischen Fortschritte zahlreiche Dienstleistungen völlig neu entstanden. In der Informations- und Kommunikationswirtschaft sind heute bereits mehr als 1,7 Millionen Menschen beschäftigt. In dem Maß, wie Internet und E-Commerce alle Wirtschaftsprozesse und Lebensbereiche durchdringen, werden auch die Dienstleistungen, die sich darum ranken, an Bedeutung gewinnen.

Zweitens wird die Industrie immer mehr zur Konzentration auf die Kernkompetenzen gezwungen - durch den intensiven Wettbewerb und die gestiegenen Renditeanforderungen der internationalen Finanzmärkte. Die Auslagerung einzelner Tätigkeiten oder ganzer Geschäftsfelder setzt sich fort. Für kleine und mittelständische Spezialisten, die die Dienstleistungen effizienter, kostengünstiger und vor allem viel flexibler wahrnehmen können, als die Industrie es selbst könnte, bieten sich attraktive Möglichkeiten.

Drittens reicht heute das Label "Made in Germany" nicht mehr aus, um ein Produkt zu verkaufen. Die Kunden fragen immer mehr nach einer Problemlösung - nicht mehr nur nach der bloßen Ware. Beratung, Projektplanung, Installation und der Betrieb von Anlagen sowie After-Sales-Services und Reklamations- und Reparaturdienstleistungen gehören heute zum Repertoire eines erfolgreichen Industrieunternehmens.

Auf die Vernetzung kommt es an
Die Dienstleistungsgesellschaft ist also Realität und Deutschland auf einem guten Weg. Ein innovativer, aufstrebender Dienstleistungssektor impliziert aber nicht, dass Deutschland seine Bedeutung als Industriestandort verlieren wird. Im Gegenteil: Es wird auf die gelungene Vernetzung und effiziente Arbeitsteilung zwischen Industrie und Dienstleistungen ankommen. Beide Sektoren sind stark aufeinander angewiesen und bilden eine zukunftssichernde Symbiose auf dem Weg zu mehr Wachstum und Beschäftigung.

Dr. Monica Müller
DIHK

http://www.dihk.de/inhalt/informationen/news/schwerpunkte/standort2002/magazindaten/konjunkturumfrage.html

 

 

Arbeitsplätze im Tertiären Sektor - Stichwörten

Umfrage der DIHK-Organisation: Service kommt beim Kunden gut an

Ist die Dienstleistungsgesellschaft auch für die Industrienation Deutschland ein Modell für die Zukunft?


DIHK-Konjunkturumfrage vom Frühjahr 2002:

allgemeinen Konjunkturflaute - Stütze der Konjunktur: vor allem IT-Dienstleister, Dienstleister aus dem Film- und Medienbereich, die Versicherungs- und die Kreditwirtschaft, Sicherheitswirtschaft ,Forschung und Entwicklung

konjunkturabhängig (Sog der allgemeinen Industrie- und Konsumflaute): Verkehrsgewerbes, Immobiliendienstleister, Werbewirtschaft, konsumnahe Dienstleistungen der Freizeitwirtschaft

Dienstleistungsgesellschaft ist Realität

keine Vision – Wirklichkeit: rund zwei Drittel der Wertschöpfung und der Erwerbstätigen
Industrieunternehmen: mehr in Mitarbeiter Dienstleistungsfunktionen
Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft – Orientierung: USA (drei Viertel des Bruttoinlandsproduktes)

Dienstleistungen = Frage des richtigen Managements:
"Serviceentwicklung", "Servicedesign" und "Servicequalität"

Kundenbefragung: Kundenzufriedenheit steigt seit Jahren kontinuierlich an  

Wachstumspotenziale noch nicht ausgeschöpft

1. technischen Fortschritte: völlig neu entstandene Dienstleistungen (Informations- und Kommunikationswirtschaft - >1,7 Millionen Menschen)
Internet und E-Commerce durchdringen alle Wirtschaftsprozesse und Lebensbereiche durchdringen = mehr Dienstleistungen

2. Industrie - Konzentration auf die Kernkompetenzen: intensiven Wettbewerb +gestiegenen Renditeanforderungen
kleine und mittelständische Spezialisten: effizienter, kostengünstiger und vor allem viel flexibler Dienstleistungsangebot

3. Label "Made in Germany" + Problemlösung (Beratung, Projektplanung, Installation, Betrieb von Anlagen, After-Sales-Services und Reklamations- und Reparaturdienstleistungen)

Auf die Vernetzung kommt es an

Dienstleistungsgesellschaft = Realität - Deutschland auf einem guten Weg
Ziel: gelungene Vernetzung und effiziente Arbeitsteilung zwischen Industrie und Dienstleistungen (stark aufeinander angewiesen
à zukunftssichernde Symbiose = mehr Wachstum und Beschäftigung

http://www.dihk.de/inhalt/informationen/news/schwerpunkte/standort2002/magazindaten/konjunkturumfrage.html

 

 

Deindustrialisierung

Übergang von der industriellen zur Dienstleistungsgesellschaft

Abnahme der Beschäftigten im sekundären Sektor (auch Rückgang der Bruttowertschöpfung)

Dienstleistungsorientierte Wachstumsräume

®  Rückgang der Montanindustrie

      (Kohlenkriese - bis 1963 ca. 12.000 Arbeitsplätze verloren)

      ® Programm zur Wirtschaftsförderung

 

Reindustrialisierung

Erschaffung neuer Produktionsorientierungen in einem bestimmten Sektor, oft High-Tech-Bereich

®      Förderung vorhandener Industrie

      Ansiedlung neuer Industrien

      traditionelle Ruhrkonzerne ® Technologiekonzerne

      Einzug neuer Technologien

 

Tertiärisierung

struktureller Wandel ® allgemein wirtschaftlicher Wandel

® Rückgang der Industriebeschäftigten

      Zunahme der Beschäftigten im sekundären Sektor

      Weg zur postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft

 

„Das Ruhrgebiet - ein Wirtschaftsraum mit Zukunft“

Standortfaktor Hochschulen

- 13 Hochschulen, davon 6 Universitäten

- viele außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

®  weltweit anerkanntes Lehr- und Forschungspotenzial

®  gezielter Auf- und Ausbau von Technologietransfereinrichtungen
         ® intensiver Kontakt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft     

 

 

Verkehrsprobleme durch Suburbanisierung

- Städte des Industriezeitalters:

-         kompakte Bauweise (wohnen beim Arbeitsplatz)

              - geringes Einkommen

     - lange Arbeitszeiten 

   

- Gesteigerter Lebensstandard + zunehmende Freizeit

® Wunsch nach eigenem Haus „im Grünen“

- realisierbar durch Pkw-Besatz

® erhöhte Mobilität

® Stadtnahe Gemeinden

industrielle und tertiärwirtschaftliche Arbeitsplätze verlegt an die Peripherie

® rapider Flächenwachstum vieler Städte ins Umland

Trennung von Wohn- und Arbeitsplätzen

® erhöhter Pendlerverkehr

Dienstleistungen der Städte durch Bewohner des Umlands genutzt

® erhöhter Verkehr

® Verkehrsbelastung

® verschlechterte Lebensqualität in der gesamten Stadtregion

 

Siedlungsflächenwachstum 

®    Anstieg und Ausbreitung des motorisierten Individualverkehrs +

Wirtschaftsverkehrs

     ® große Herausforderungen an Städtebau

-         ressourcenschonend              

-         umweltverträglich

-         Sicherung der Mobilitätsansprüche

Mobilitätsansprüche

-         nicht gewachsen

-         erhöhter Entfernungsaufwand

Ausstattungsdefizite + Mangel alternativer Fortbewegungsmöglichkeiten

®    Mobilität gefährdet durch Notwendigkeit eines eigenes Autos im Alltag (Einkauf, Post)

Individuelle Ansprüche + Teilnahmemöglichkeiten nicht mit Verkehrssparsamkeit vereinbar 

 

 

Tourismus,

das Reisen und die damit zusammenhängenden Aktivitäten, insbesondere die Dienstleistungsbereiche, die sich um die verschiedenen Formen des kommerziell ausgerichteten Reisens gebildet haben. Diese Formen werden vor allem von den Interessen der Reisenden bestimmt: Erholungs-, Einkaufs-, Kongress-, Geschäfts-, Bildungs- und Abenteuerreisen sowie Kuraufenthalte sind die wichtigsten Spielarten. Touristen sind Reisende, die sich vorwiegend von privaten Interessen geleitet vorübergehend an einem ihnen fremden Ort aufhalten. Die Abgrenzung z. B. zu Beschäftigten, die vorübergehend im Ausland arbeiten, zu Geschäftsreisenden oder zu Familienbesuchern ist schwierig.

Mit dem Tourismus sind zahlreiche andere Wirtschafts-, Gewerbe- und Industriezweige verbunden, u. a. die Gastronomie, der Verkehr oder die Bauwirtschaft. Die Tourismusbranche zählt zu den beständigsten und dynamischsten Wirtschaftsbereichen und hat globale wirtschaftliche Bedeutung. Für das Jahr 1996 schätzte die Welttouristikorganisation WTO (World Tourism Organization) die Zahl der Auslandstouristen auf 593 Millionen (Zuwachs gegenüber 1995: 4,6 Prozent), deren Umsatz sich (ohne Flugkosten) auf über 677 Milliarden DM belief. Die WTO prognostizierte auch, dass der Tourismus im Jahr 2000 weltweit zum größten Wirtschaftszweig werden wird, also den Handel mit Öl oder Industrieprodukten übertreffen wird. Sowohl in vielen Entwicklungsländern als auch in hoch entwickelten Ländern ist der Tourismus zu einer Hauptquelle für Einnahmen in fremder Währung geworden. Die Bedeutung des Tourismus als Devisenbringer sieht man deutlich am Beispiel Indiens und Thailands, wo sich der Tourismus zur größten Devisenquelle des Landes entwickelt hat. Die meistbesuchte Region der Welt ist Europa (weltweit mehr als die Hälfte aller Touristen). Frankreich ist der Staat mit den meisten ausländischen Touristen (61,5 Millionen), gefolgt von den USA (44,8 Millionen), Spanien (41,4 Millionen), Italien (35,5 Millionen) und China (26,0 Millionen).

Das Wachstum des Tourismus auf internationaler Ebene hat jedoch auch zu Problemen geführt, insbesondere für die gastgebenden Gesellschaften und die Umwelt. Die unkritische Akzeptanz der Vorteile des Tourismus, die bis in die siebziger Jahre vorherrschte, machte seitdem einer kritischen Betrachtung der Rolle des Tourismus in der Entwicklung Platz. Beispiele für Fehlentwicklungen sind die Übererschließung von Küstenregionen am Mittelmeer und von Gebirgsregionen in Tirol, die schlechte Planung von Ferienorten wie Pattaya in Thailand, der Sextourismus in Bangkok und Manila, die touristische Erschließung von Wildreservaten in Kenia und verantwortungsloses Trekking in Nepal.

Heute werden wirtschaftliche Vorteile nicht mehr als einziges Kriterium für die Förderung des Tourismus gesehen. Einzelne Planer touristischer Angebote haben begonnen, sozial- und umweltverträgliche Tourismuskonzepte zu entwerfen. In steigendem Maße wird die Förderung des Tourismus mit dem Konzept der Nachhaltigkeit verbunden. Nachhaltiger Tourismus ermöglicht eine Entwicklung, ohne die Grundlagen dieser Entwicklung zu verschlechtern oder zu zerstören. Das Konzept des nachhaltigen Tourismus wird oft auch „Ökotourismus“ oder „sanfter Tourismus“ genannt. Sie betrifft den Massen- ebenso wie den Individualtourismus.

 

Hausaufgaben Philosophie:
Essay Schwangerschaftsabbruch
"Lord Of The Flies" (Film)

 

Essay: Schwangerschaftsabbruch

Der Fötus – ein menschliches Wesen? 

  

Laut Gesetz ist nach § 218 ein Schwangerschaftsabbruch bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt, wenn eine gesetzliche Beratung vorangegangen ist, die die Schwangere zur Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigt hat.

Wenn eine Frau jedoch durch eine Straftat, wie einer Vergewaltigung schwanger geworden ist, so liegt eine kriminologische Indikation vor, welche der Frau einen Abbruch bis zur zwölften Woche gestattet.

Im Falle von möglichen körperlichen oder seelischen Schäden und Belastungen für die Frau, kann durch einen zweiten Arzt eine medizinische Indikation vorgelegt werden, welche der Schwangeren in einem unbefristeten Zeitraum den Abbruch gestattet.

Die embryophathische Beratung wurde aufgehoben. Diese erlaubte der Schwangeren bislang einen Abbruch bis zur 22. Woche, wenn eine Behinderung bei dem Fötus festgestellt wurde.

Personen, welche diesem Gesetzt nicht nachgehen, drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren, vor allem dann, wenn ein Abbruch gegen den Willen der schwangeren durchgeführt wurde.

Nach dem Gesetz hat das Ungeborene in jedem Stadium der Entwicklung, der Schwangeren gegenüber ein eigenes Recht auf Leben.

Für einige Menschen stellt sich jedoch die Frage, ab wann ein Fötus ein menschliches Wesen ist. Mit dieser Frage hat sich Peter Singer beschäftigt, der selbst eine konservative Position vertritt.

Die erste Prämisse sagt aus, dass es falsch ist ein unschuldiges menschliches Wesen zu töten und die zweite, dass ein Fötus ein menschliches Wesen ist. Die Konklusion laute somit, dass es falsch ist einen menschlichen Fötus abzutreiben, bzw. zu töten.

Also stellt sich die Frage, ab wann ein Fötus ein menschliches Wesen ist. Für ein - vom Zeitpunkt der Befruchtung an - menschliches Wesen spricht die Tatsache, dass die Entwicklung vom Fötus bis zum menschlichen Wesen stufenlos verläuft.

Gegen den Fötus als ein – vom Zeitpunkt der Befruchtung an - menschliches Wesen spricht, dass der Fötus nicht die Ansprüche einer Person hat, ein Fötus erst nach der 18. Woche ein Nervensystem entwickelt und somit bis dahin keine Empfindungen hat und letztendlich, dass ein Fötus im Gegensatz zu der schwangeren Frau weder Interessen noch Wünsche hat. Des weiteren hat die Frau nach Thomson ein Recht darauf über ihren Körper selbst zu bestimmen und unterliegt keiner moralischen Verpflichtung.

  

Ich persönlich finde einen Schwangerschaftsabbruch im Grunde falsch, denke jedoch, dass man in einigen Fällen Ausnahmen machen muss! Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass auch ein Fötus bereits ein menschliches Wesen ist, da seit dem Zeitpunkt der Befruchtung alle notwendigen Dinge vorhanden sind, damit sich ohne weiteres Tun ein Mensch mit vollem Bewußtsein entwickeln kann!

Mir stellen sich so die Fragen, in welchen Fällen es erlaubt ist einen Abbruch vorzunehmen, in welchem Zeitraum dieser durchgeführt werden darf und es muss berücksichtigt werden, unter welchen Umständen es zu der Schwangerschaft kam und in welcher Lage sich die Schwangere selbst befindet.

Wenn eine Frau durch Unvorsichtigkeit bei der Verhütung schwanger wird, so hat sie meiner Meinung nach nicht das Recht auf eine Abtreibung, da sie selbst für die Schwangerschaft verantwortlich ist.

Wenn eine Frau jedoch durch eine Vergewaltigung schwanger geworden ist, so denke ich, dass ihr das Recht gegeben werden soll, diese erzwungene Schwangerschaft abzubrechen, da es in einem solchen Fall schnell zu seelischen Belastungen für die Frau kommen kann. Allerdings finde ich in diesem Fall einen Abbruch der Schwangerschaft nur sinnvoll, wenn er zu Beginn der Schwangerschaft durchgeführt wird und eine genetische Beratung durchgeführt wurde, da ja auch immer noch die Möglichkeit besteht, das Kind auszutragen und danach zur Adoption frei zu geben.

Wenn durch die Schwangerschaft eine körperliche Schädigung der Frau besteht, so finde ich eine Abtreibung sinnvoll. Wenn es jedoch um eine seelische Belastung für die Frau geht, so sehe ich einen Abbruch wieder unter Berücksichtigung der Umstände, durch die es zur Schwangerschaft kam.

 

 

Inhaltsangabe: W. Golding's -- Lord of the Flies

William Golding (1911 Columb Minor/Cornwall - 1993 Falmouth) studied natural sciences and literature in Oxford. He took part in World War II as a Navy officer and was deeply moved by numerous sea battles with German battle ships and submarines. By the end of the war he has been promoted to a Commander of a rocket ship. After 1945 he became lecturer of English literature and worked as a teacher until 1960 when he retired and lived as an independent writer.

Year of publication

1954 - Lord of the Flies (1953 first draft); in the manner of a classical adventure novel (Treasure Island, Robinson Crusoe etc.) Golding portrays on the one hand the rise of a dictatorship from a stage of total anarchy and the decline of democracy and moral values on the other hand. By means of presenting the social development of a group of young British boys that are shipwrecked on a lonely island, Golding shows how easily reason and rules come out of control. 

Themes and motives

Appeal to humanity, reason, democracy. Danger of the rise of mass hysteria and the falsification of truth; the Evil lies innate in the human nature and turns out whenever humans are liberated from social pressure (law etc.), reason and moral standards

Notes on the plot

A group of about 12-year-old boys crashes with a plane on a tropical island. At first they are enthusiastic about the fact that there are no adults around, because now they can built up a new society and do not have to follow the prefixed order. After having explored the island, the boys start to find this new order. They elect Ralph, a reasonable young man, as their leader, though the power-hungry Jack does not agree. Soon different opinions about the conduct of the group come up, while Ralph sees the escape from the island as the main goal, Jack is rather concerned with hunting. Soon a group forms around him, the ´hunters´.  

Das Buch handelt von einer Gruppe britischer Schul- und Chorjungen, die von einem Flugzeug abgeworfen auf einer einsamen Insel stranden. Sie sind zwischen sechs und Zwölf Jahre alt und versuchen ihr Leben auf der Insel in den Griff zu kriegen. 
Leider lassen sie es an Disziplin bei der Umsetzung ihrer Pläne mangeln und schaffen es nicht, eine Ordnung in den Tagesablauf zu bringen. Zudem erschwert der Kampf zweier Jungen um den Häuptlingsposten die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen Jäger (ehemaliger Chor) und dem Rest, zu dem auch die Littluns ("little ones" = "Die Kleinen") gehören, um die sich niemand kümmern will. 
Langsam verwildert ein Großteil der Jungen und fängt an, ein Leben wie Indianer zu leben: Sie haben Kriegsbemalung und jagen die Schweine, die es auf der Insel gibt. Die anfängliche Angst der kleinen Kinder vor einem angeblichen "beast", das um die Hütten schleicht, greift auf die Größeren über und sie projizieren diese Furcht auf Dinge wie einem toten Fallschirmspringer, den sie nur kurz erblicken und für ebendieses Monster halten. 
Nur einer, Simon, stellt die Vermutung an, dass die Angst aus ihnen selber kommt. Nachdem Simon den toten Soldaten gefunden hat, will er den anderen die Mitteilung überbringen; doch die halten ihn ironischerweise im Dunkeln für das "beast" und erschlagen ihn in ihrer Panik. 
Das ist der Startschuss für eine gnadenlose Brutalität, die nun das Leben beherrscht: Zwei Jungen schwingen sich zu den Führern des Stammes auf und zwingen ihre Untergebenen mit Gewalt auf ihre Linie. Anstatt zu fragen, klauen sie der anderen Gruppe überfallartig einfach das Feuer und jagen zum Schluss den letzten vernünftigen Jungen wie ein Schwein durch den Dschungel, den sie in ihrer Gedankenlosigkeit vernichten. 
 
Das Buch zeigt, wie dünn die Schicht zwischen Wildheit und Zivilisation ist. Fehlt einmal die kontrollierende Hand der Eltern (beispielsweise) brechen die Ur-Instinkte des Menschen wieder aus und machen ihn zu einem blutrünstigen und gewalttätigen Tier, das Blut sehen will. Zuerst versuchen alle rational und vernünftig zu bleiben, aber sie schlittern immer weiter in den Zustand von ängstlichen Naturvölkern, indem sie sich z.B. einen Gott erschaffen (eben das "beast"), dem sie opfern. 
Golding hat fast eine "Parodie" auf die üblichen Abenteuer-Bücher geschrieben, in denen Jugendliche ein zivilisiertes Leben in der Wildnis auf die Beine stellen.
Später wird das auch klar, als die Rettung in Form eines Marine-Offiziers enttäuscht erwähnt, dass er "should have thought that a pack of British Boys would have been able to put up a better show than this". Ab diesem Teil (die letzten drei Seiten) erscheinen die gefährlichen Jäger als kleine Jungs, die sich angemalt haben; zurück in den Armen der Zivilisation. 
Sprachlich ist Golding sehr blumig und beschreibt ausführlich die tropische Natur der Insel, die sowohl faszinierend als auch bedrohlich ist und durch den Eingriff des Menschen tiefe Narben davonträgt und zum Schluss gar gänzlich niedergebrannt wird. Auch die Charaktere entwickeln sich sehr stark und offensichtlich und vor den Metaphern kann man sich kaum retten. 
Alles in allem: Sehr empfehlenswert.

 

 

 

 

Hausaufgaben  Fach Kunst:
Bildanalyse Ambrosius Bosschaert
Bildanalyse de Heem
Symbole und ihre Bedeutung

 

 

Bildanalyse

Ambrosius Bosschaert (1573-1621)

Blumenvase in einer Fensternische (um 1620)

Öl auf Holz, 64 x 46 cm, Den Haag, Mauritius

I. Erster Eindruck:

   

     Das Bild wirkt sehr naturalistisch und detailreich. Ins Auge fällt der mächtige und farbenfrohe Blumenstrauß, der in der Fensternische sehr groß wirkt.

 

II. Beschreibung:

 

Auf dem Bild sieht man eine Fensternische mit einem Rundbogen, die wie ein Rahmen um einen prunkvollen und farbenfrohen Blumenstrauß wirkt.

Die Fensternische ist in hellem Beige dargestellt, das stellenweise in Olivgrün bis Grau übergeht. In dem zentral angerichteten Blumenstrauß sind neben Tulpen und Rosen noch viele weitere Blumensorten in verschiedensten Farben zu erkennen. Einzelne Blüten des Straußes schneiden die Fensternische an den Seiten und am Bogen an. Der Strauß steht in einer olivgrünen bis golden schimmernden Glasvase, die in der Mitte der Fensterbank steht. Durch das Glas scheinen die Blumenstängel hindurch und auf dem Glas sind aufwendige Verzierungen, zum Teil aus Gold zu erkennen. Auf der Fensterbank sind  links von der Vase eine Nelkenblüte mit einer geschlossenen Knospe und rechts von der Vase eine kleine Fliege und zwei verschiedene Schneckenhäuser in einer Reihe angeordnet. Neben der Fliege auf der Fensterbank sieht man eine weitere auf einem Blumenblatt abgebildet. Zwei Raupen sind zu erkennen, die eine auf einem Blatt an der linken Seite des Straußes und die andere auf der rechten Seite, an einem Blumenstängel. Rechts unten am Blumenstrauß erkennt man auch zwei von der Raupe angefressene Blätter. Rechts oben am Blumenstrauß ist eine Libelle abgebildet, die auf einer Blüte sitzt. Auf einem Blatt an der unteren linken Seite des Straußes sind zwei Wassertropfen abgebildet und zwei weitere auf der linken Seite der Fensterbank.

Zwischen dem Strauß und dem Fensterrahmen hindurch, sieht man in eine weite, unklar dargestellte Landschaft. Man kann Gewässer und bewachsene Erhebungen erkennen. Auf der rechten Seite und links, weiter hinten, kann man kirchenähnliche Bauten erkennen. Darüber erkennt man einen blauen Himmel, der mit leichten Wolken durchzogen ist.

 

     

III. Gestaltungsmittel:

     

      Farben:

In den Blüten sind die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau zu sehen, wobei das Blau auch noch im Himmel zu sehen ist. Die Sekundärfarbe Orange kommt nur sehr rar in den Blüten vor und Grün nur in dunklen Farbton in den Blumenblättern und -stängeln. Ansonsten sind Tertiärfarben zu erkennen, die allerdings nur in vergleichsweise kleiner Menge vorkommen. Die Blüten sind in Rosa und Weiß-Grau dargestellt, die Schneckenhäuser und die Krabbeltierchen in braunen bis schwarzen Farbtönen, die Fensternische in Hellbeige mit Olivgrün und Grau und die Vase in Olivgrün mit wenig Goldfarbe. In dem Blumenstrauß kommen die reinbunten Farben in Form des Kolorismus zum Vorschein. Die Farbübergänge sind sehr fein, so dass keine klaren Konturen zu erkennen sind. Bei dem Blumenstrauß handelt es sich um Gegenstandsfarben, die im Hintergrund in blasse Erscheinungsfarben übergehen.

      

Kontraste:

Im Blumenstrauß ist ein Komplementärkontrast zwischen den roten Blüten und den dunkelgrünen Blättern und Stängeln zu erkennen. Auch zwischen den orangefarbenen Blüten und den blaufarbenen Blüten und dem blauen Himmel wirkt ein leichter Komplementärkontrast. Ein Hell-Dunkel-Kontrast ist zwischen der Fensternische und der Landschaft und zwischen den hellen Blüten und den dunkelfarbigen Blättern und Stängeln zu erkennen.

     

      Pinselduktus:

Der Duktus des Künstlers ist im Vordergrund sehr fein und die Farbe ist deckend aufgetragen. Im Hintergrund wird der Duktus getupft und die Farbe ist lasierender aufgetragen.

      Licht:

Das Licht kommt von vorne links, was an der dunklen linken Seite der Fensternische und dem Schlagschatten des Blumenstraußes auf die rechte Seite der Fensternische zu erkennen ist. Da jedoch der Himmel sehr hell erscheint müsste er als zweite Lichtquelle dienen, allerdings sind on dieser keiner Schattenwürfe zu erkennen.

      Komposition:

Im Bild sind Senkrechten durch die Seiten der Fensternische dargestellt, die durch den Rundbogen miteinander verbunden sind. Auch durch die Vase mit dem Blumenstrauß ist eine Mittelsenkrechte und eine Mittelwaagerechte angedeutet. Waagerechten sind an der vorderen und hinteren Kante der Fensterbank gegeben und leicht durch eine Horizontlinie dargestellt. Durch diese Senkrechten und Waagerechten wirkt das Bild sehr geordnet und in sich stimmig angeordnet. Das Bild ist komplett Achsensymmetrisch angelegt, was auch durch die beiden kurzen Diagonalen erkennbar wird, die durch die neben der Vase befindlichen Gegenstände gebildet werden und auf die Mittelsenkrechte zulaufen.

      Elemente einer naturalistischen Darstellungsweise:

      Eine Raumillusion wird erreicht durch die perspektivisch richtige Darstellung der Fensternische und durch die Landschaftsdarstellung, welche einen Tiefenraum erzeugt. Körperlichkeit erzeugt der Maler durch die nach hinten hin dunkler werdenden Blütenfarben und den natürlichen Schattenwurf. Die Stofflichkeit ist besonders bei der rauen Oberfläche der Schneckenhäuser und den glänzenden Reflektionen auf den Wassertropfen und der goldenen Verzierung der Vase zu erkennen, aber auch an den Blütenblättern. Die Blüten im Vordergrund, wie auch die Schnecken und die Tierchen im Strauß sind sehr detailreich dargestellt. Die Blüten im Hintergrund und die Landschaft sind dagegen sehr detailarm dargestellt, was auch ein Zeichen für den Naturalismus ist.

     

      Betrachterstandpunkt:

Es gibt zwei verschiedene Betrachterstandpunkte. Der Blumenstrauß wird durch eine zentrale und frontale Position des Betrachters nah am Gegenstand dargestellt. Der Horizont in der Landschaft liegt dafür jedoch zu hoch, mit der Wirkung, dass der Hintergrund vertiefend wirkt. Die Landschaft wird aus der Luftperspektive betrachtet.

 

IV. Interpretation:

      In dem Bild von Bosschaert sind kleine Tierchen dargestellt, wodurch es sich streng genommen nicht um ein Stillleben handelt, auch wenn alle anderen Kriterien erfüllt sind. In dem Bild sind Blumen mit verschiedenen Blütezeiten abgebildet, weshalb der Strauß in dieser Form nicht als Modell gedient haben konnte. Die Blüten sind alle möglichst unverdeckt und von ihrer schönsten Seite zusammengestellt, was erschließen lässt, dass es dem Maler darum ging, möglichst viele zur damaligen Zeit als kostbar geltende Blumen abzubilden. Der Blumenstrauß gilt als Sinnbild für die Schönheit und die Vollkommenheit der Schöpfung. Dabei symbolisieren Lilie, Iris, Rose, Akelei, Maiglöckchen und Veilchen Reinheit und unbefleckte Empfängnis. Die Raupen auf dem Strauß symbolisieren den Wandel und die Vergänglichkeit, so wie die Libelle und die Fliegen für das Vergehen, das Verderben, die Fäulnis und den Teufel stehen. Das Vanitas-Motiv wird durch die zerrinnenden Wassertropfen und die lebensleeren Schneckenhäuser dargestellt. Die Nelkenblüte auf der Fensterbank symbolisiert die Erlösung der Menschen durch die Auferstehung Christie, da er dadurch die Hoffnung der Menschen auf Vergebung ihrer Sünden und so die Chance auf den Weg ins Paradies ermöglicht. Die Knospe ist ein Symbol für neues Leben. Der Reichtum des Landes Hollands zur damaligen Zeit ist durch die kostbaren Blumen und die mit Gold verzierte Vase dargestellt. Der Reichtum in Holland entstand zum Teil durch den Fernhandel, welcher durch die Schnecken und die Tiefe des Landes dargestellt wird.

 

Bildanalyse
Jan Davidsz. De Heem

Früchtestillleben mit Silberbecher (1648)

 

I. Erster Eindruck:

 

      Das Bild wirkt sehr naturalistisch und detailreich. Ins Auge fällt mir gleich der Silberbecher, da er starke Lichtrefflektionen zeigt.

II. Beschreibung:

 

Auf dem Bild sieht man eine Holzplatte, vermutlich von einem Tisch, dessen vorderste Kante bis zum obersten Rand des unteren Viertels des Bildes reicht. Am linken Bildrand kann man noch die hintere Tischkante erkennen, rechts ragt der Tisch aus dem Bild heraus.  Der Tisch ist bis auf einen schmalen Streifen am linken Bildrand von einem dunkelbraun bis olivgrün schimmerndem und wallendem Tuch bedeckt, das an der vorderen Kante vom Tisch herunter hängt und aus dem Bildrand herausragt. Links von der Mittelsenkrechten des Bildes aus, steht hinten auf dem Tisch ein weiß-blauer Porzellankrug mit Silberdeckel, der den rechten Bildrand mit dem Henkel leicht überschneidet. Rechts vor dem Krug liegt in einer Diagonalen (von vorne links nach hinten rechts) eine große grüne Traubenrebe, die knapp bis in die rechte Bildhälfte reicht und links bis zum äußerem Viertel. Einige Trauben dieser Rebe hängen leicht über die vordere Tischkante herüber. Links vor dem Krug und hinter einer kleineren grünen Traubenrebe liegen, in einer parallelen Diagonalen angeordnet, zwei Pfirsiche und ein Granatapfel. Hinter diesen Früchten liegt in einer ebenfalls parallelen Diagonalen eine rote Traubenrebe mit einem Weinblatt, die sich nicht mehr auf dem Tuch, sondern auf der Tischplatte befindet. Hinter der roten Traubenrebe befindet sich ein Weinkelch, dessen Stiel fein verziert ist und der mit Weißwein gefüllt ist. Der Stiel des Weinkelches liegt auf der rechten Seite, des äußeren linken Fünftel des Bildes. Rechts von der Mittelsenkrechten des Bildes steht an der vorderen Kante der Tischplatte ein Bronzeteller, auf dem mittig ein Silberbecher steht, der am oberen Rand verziert ist. Auf dem Teller liegt links vor dem Becher eine aufgeknackte Wallnuss und rechts von dem Becher eine Blüte einer Butterblume. Auf der rechten Seite des Tellers liegt ein Gegenstand auf dem Tellerrand, der wie ein kurzer, silberner Stab aussieht. Hinter dem Silberbecher stehen einige Weinblätter hervor, die bis zum rechten Bildrand reichen. Rechts neben dem Teller liegen drei Feigen, von denen eine angeschnitten ist.

     

III. Gestaltungsmittel:

      Farben:

Bei dem vorliegenden Gemälde von de Heem handelt es sich um Valeuristische Malerei, da in dem Bild ausschließlich gebrochene und getrübte Farben zu sehen sind. Des weiteren handelt es sich bei den Farben um den Darstellungswert, da Gegenstandsfarben verwendet wurden. Rot kommt in den Weintrauben, Stellen des vordersten  Pfirsichs und an der aufgeschnittenen Stelle der Feige vor. Blau ist in aufgehellten Farbtönen in der Verzierung des Porzellankruges zu sehen. Gelb ist in dem Weißwein, den Pfirsichen, dem Granatapfel, den Weintrauben, der Blüte und den Weinblättern enthalten. Grün ist in den Weintrauben, Weinblättern und dem Tischtuch enthalten, Orange in den Pfirsichen, dem Granatapfel, der Wallnuss, den Weinblättern und den Feigen und Violett erscheint in abgedunkeltem Farbton in den Weintrauben. Ansonsten sind Farben im Bild enthalten, wie das Silber des Bechers, das Rot-Braun der Tischplatte, das Gold des Tellers, das Weiß bis Grau des Porzellankruges und verschiedene Brauntöne in den Weinblättern und im Hintergrund, die an der rechten Seite des Hintergrunds und in den Falten des Tischtuchs bis ins Schwarz reicht.

 

Kontraste:

     In der rechten Bildhälfte ist vor allem ein Hell-Dunkel-Kontrast  zwischen     

     dem dunklen Hintergrund und dem hellerem Vordergrund, insbesondere dem

     glänzendem Silberbecher verdeutlicht. Auch auf der linken Bildseite wird ein

     Hell-Dunkel-Kontrast zwischen dem dunklen Hintergrund und den hellen

     Gegenständen im Vordergrund sichtbar, der vor allem durch das Weiß des  

     Porzellankruges hervorkommt. Da der Hintergrund auf der rechten Seite 

     dunkler ist als auf der linken, wirkt der Hell-Dunkel-Kontrast auf der rechten

     Seite jedoch stärker. Auch der Hell-Dunkel-Kontrast zwischen dem Tuch und

     den Gegenständen auf der Tischplatte ist in der rechten Bildhälfte stärker, da

     das Tuch durch die Wallungen und dem Lichteinfall dort dunkler erscheint als in

     der linken Bildhälfte.

     

     Pinselduktus:

Der Duktus des Künstlers ist sehr fein und die Farbe ist deckend aufgetragen.

 

Art der Farbe:

Der Künstler hat wahrscheinlich Ölfarbe verwendet und auf Leinwand gemalt.

      Licht:

Das Licht kommt von oben links, was an den Glanzpunkten des Glases und des Metalls bei dem Porzellankrug und dem Silberbecher zu sehen ist und dem Schlagschatten des Silberbechers, der nach rechts geht. Die Lichtquelle muss sich etwa senkrecht über der vorderen Tischkante befinden, da die grünen Trauben von vorne beleuchtet werden, die herunterhängende Seite des Tuchs jedoch dunkel erscheint.

      Komposition:

Eine Waagerechte zum unteren Bildrand bildet sich durch dir vordere Tischkante. Senkrechten sind in den Mittelachsen von dem Weinkelch, dem Porzellankrug und dem Silberbecher gegeben. Eine direkte Mittelsenkrechte ist nicht zu erkennen, wenn man jedoch von einer Falte im Tuch in der Mitte des Bildes hoch geht, dann weiter über dem Zweig der Weintraubenrebe geht und durch die Mitte des Holraums zwischen Henkel und Krug, so ist eine umspielte Mittelsenkrechte denkbar. Auf der linken Bildhälfte sind Diagonalen von links unten nach rechts oben in der Anordnung der Weintraubenreben und der Pfirsiche mit dem Granatapfel gegeben, denen gegenläufige Diagonalen im rechten Bildrand gegenüberstehen, die durch den Metallstab, die Anordnung der Feigen und dem Stängel der Weintraubenrebe gegeben sind. Ellipsen sind in dem Weinkelch und dem Silberdeckel des Kruges auf der linken Bildseite und durch die Becheröffnung und der Teller aus der rechten Bildseite gegeben. Diese Bildordnung wirkt für mich auf den ersten Blick ungeordnet, bekommt aber durch die Diagonalen auf beiden Seiten und die gleichmäßige Verteilung der Ellipsen auf beide Bildhälften wieder etwas Festigkeit.

      Elemente einer naturalistischen Darstellungsweise:

      Eine Raumillusion wird dadurch leicht angedeutet, das von dem Tisch nur die linke Hintere, jedoch nicht die linke vordere noch eine der rechten Ecken zu sehen ist. Des weiteren sind die runden Öffnungen von dem Silberbecher und dem Weinkelch in richtiger Weise durch Ellipsen dargestellt. Die Ellipsen erzeugen des weiteren auch die Körperlichkeit der dargestellten Gegenständen, die jedoch im wesentlichen durch den Schatten dargestellt wird. Die Körperlichkeit kann man besonders gut bei den Früchten erkennen, die nach Hinten hin dunkler werden sowie bei dem natürlichen Schattenwurf des Bechers.

      Die Stofflichkeit der Gegenstände ist sehr naturgetreu wiedergegeben, wie man an den Spiegelungen im Metall, besonders am Silberbecher, sehen kann, aber auch durch die Darstellung der Weintrauben, durch die das Licht leicht durchscheint und durch dir Oberfläche der Pfirsiche, die wie ein leichter Flaum aussieht.

      Auch durch die detailgenaue Darstellung der Gegenstände wirkt das Bild naturalistisch, was vor allem an der feinen Darstellung der Wallnuss oder den feinen Verzierungen des Silberbechers sichtbar wird.

      Betrachterstandpunkt:

Der Betrachter steht mittig vor dem Tisch und blickt leicht von oben auf die Gegenstände, was daran erkennbar ist, dass man leicht in den Weinkelch und den Silberbecher hineinschauen kann. Die Augen des Betrachters müssen demnach etwas höher liegen als das obere Ende des Weinkelches bzw. des Porzellankruges.

 

IV. Interpretation:

     

      In dem Bild von de Heem sind vor Früchte dargestellt, die zur damaligen Zeit als Paradiesfrüchte galten. Die aufgeknackte Wallnuss war zudem ein Symbol für die Menschwerdung und Auferstehung Christi. Durch diese Symbolkraft der dargestellten Früchte wurde durch das Bild, in der damaligen Zeit, bei dem Betrachter die Hoffnung auf das Leben nach dem Tod im Paradies erweckt. Verstärkt wird dieser Christliche Gehalt durch das durchscheinende Licht bei dem Weinkelch und den Weintrauben, welche für die Reinheit und Jungfräulichkeit standen. Durch den goldfarbenen Teller wird die Transzendenz zu Gott symbolisiert, die in damaliger zeit für die Menschen eine Verbindung zu Gott darstellte. Den Paradiesischen Früchten gegenübergestellt sind Prunkgegenstände wie der Silberbecher, der Goldteller und das kostbare Porzellan, welche den Vanitasgedanke des weltlichen Reichtums darstellen.

 

Symbole und ihre Bedeutung (15. bis 17. Jh.)
 

Akelei -> Trauerblume, Passionsgeschichte

Anemone -> vergossenes Blut der Heiligen, Symbol für das Vergängliche

Feuerlilie -> Rot = Blut Christi

Iris -> Reinheit, Jungfräulichkeit

Maiglöckchen -> Reinheit, Jungfräulichkeit

Narzisse -> Symbol Marias, Fruchtbarkeit und Frieden

Nelke/Nagelblume -> Opfertot Christi am Kreuz

Rose -> Symbol Marias

Schwertlilie -> Iris = Regenbogen -> Gottes Bund mit den Menschen, Passionsgeschichte (Schmerzen Christi)

Veilchen -> Demut Marias, Duft Marias -> höchster Wert

Weiße Lilie -> Reinheit, Jungfräulichkeit

Ährenbündel -> Brot des Lebens

Artischocke -> Afrodisiaka
Austern -> Appetit anregend
Früchte mit Kernen -> Fruchtbarkeit

Granatapfel/Feige -> Paradiesfrüchte

Johannisbeeren -> Johannes der Täufer -> Enthauptung, Zeichen des Martyrium (Leiden)

Kirsche -> Himmelsfrucht, Fleischwerdung Christi

Mandeln und Nüsse -> Symbol der Menschwerdung und Auferstehung, Paradiesfrüchte

Rosinen/Zitronen -> geschmacksregulierende Wirkung, Kontrast zu irdischen Genüssen und Aufforderung zur Mäßigung

Zucker -> Suchtmittel
Fisch -> Symbol des Christentums

Hirschkäfer -> Symbol für den Teufel
Hummer -> Symbol für das Leiden Christi am Kreuz

Hund -> Christliches Symbol für Treue oder Schamlosigkeit

Insekten -> Balzebub = Herr der Fliegen = Teufel, Symbol des Vergehens, des verderbend, der Fäulnis und des teufels

Krebse/Krabben -> Symbol für die verdrehte Welt, Afrodisiaka, Erotik

Raupe -> Symbol der Niedrigkeit und Hässlichkeit, aber auch Symbol des Wandels und der Vergänglichkeit, Seelenwanderung (Raupe -> Schmetterling)

Schnecke -> Auferstehung, Mariensymbol

Rotwein und Brotleib -> Katholiken: Verkörperung von Blut und Leib Christi

Weißwein und Brotleib -> Evangelisten: Symbol für Blut und Leib Christi

Abendmahl -> Überwindung des Irdischens durch vergebung der Sünden -> Weg in das Paradies -> Hoffnung auf Erlösung durch Auferstehung Christi

gedeckter Tisch -> Reichtum

chinesisches Porzellan -> Reichtum

exotische Tiere (Kakadu, chin. Hund) -> Reichtum, Welthandel

Globus -> Welthandel

Glas/durchscheinendes Licht -> Reinheit, Jungfräulichkeit

Schlüssel -> tiefere bedeutung des Bildes, Safe/Schatulle -> Reichtum

Vanitas Gedanke (Momento Moi) -> Vergänglichkeit allen Irdischens (faule Früchte, abgelaufene Sanduhr, Stundenglas, Totenkopf, tote Fische, flackendes Kerzenlicht, erlöschte Kerze/Öllampe, abgefallende Blüten, umgefallender Krug usw. -> auch symbol für die vergänglichkeit des Ruhmes und das vergebliche Streben nach einem Überleben) Christliche und Weltliche Komponente!

3 Bedeutungsebenen im Stillleben:

4 Elemente: Erde, Luft, Wasser, Feuer
5 Sinne: hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen

Vanitas Gedanke: s. o.

 

Jesus bei Martha und Maria - eine Einladung zum Aufatmen

Jesus wanderte durch die Wüste Juda. Als er mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf, wo ihn eine Frau mit Namen Martha in ihr Haus einlud. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzt sich zu ihm. Sie hat Zeit für den Gast. Sie sitzt bei den Füssen von Jesus. Diese Haltung, die Maria einnimmt, ist die Haltung eines Schülers dem Lehrer gegenüber. Gesetzeslehrer saßen erhöht, ihre Schüler nahmen auf dem Boden Platz. Maria nimmt sich Zeit zum Zuhören. Jesus spricht, und sie nimmt in ihr Herz auf, was sie von ihm hört. Maria genießt die Gegenwart von Jesus, sie lässt es sich gut gehen. Martha dagegen musst die Arbeit tun. Sie hat Jesus eingeladen, und wenn man jemand einlädt, dann gibt es gewisse Dinge zu tun: Essen und Trinken bereitmachen, Tisch decken, servieren ... Martha tut aber nicht nur das Allernötigste. Lukas berichtet ausdrücklich davon, dass Martha sich viel Arbeit machte dabei. Sie will es Jesus recht machen. Einfach so ein Menu, wie es jede kann, das genügt nicht. So ein hoher Gast muss auch entsprechend bewirtet werden. So strengt sich Martha nach Kräften an. Sie freut sich, Jesus bei sich zu haben, und will es recht machen.  Schließlich stellte sie sich vor Jesus hin und sagte: "Herr, findest du es richtig, dass meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun lässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!" "Martha, Martha", erwiderte der Herr, "du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden." Eine Sache ist wichtig. Nur eins. Nur etwas ("öppis") ist notwendig. Es gibt eine Hoffnung: diese Eine, das ist es, was die Not wenden kann! Jesus hat die Not im Leben von Martha wahrgenommen. Er schaut nicht daran vorbei. Er sieht, wie Martha leidet und Entlastung nötig hätte. Martha selber stellt sich diese Entlastung so vor, dass ihre Schwester Maria ihr bei der vielen Arbeit helfen solle. Jesus jedoch hat etwas ganz Anderes im Blick, um damit Martha zu helfen. Diese Eine, das die Not der Martha wenden kann, das ist ausgerechnet das, was ihre Schwester Maria tut und das Martha gerade angegriffen hat. Jesus verteidigt Maria vor dem Angriff ihrer Schwester. Ja, er stellt Maria sogar als Vorbild hin. Jesus lädt Martha ein zu einem Aufatmen, er ermuntert sie, es wie ihre Schwester zu tun: Hinsitzen zu Jesus, sich auf ihn ausrichten, zuhören und sonst nichts tun.

Schluss: eine Einladung zum Aufatmen

So ist diese Begegnung, die Martha und Maria hatten eine Einladung zum Aufatmen – Aufatmen dadurch, dass uns Lasten abgenommen werden, die wir uns durch eigene Ansprüche oder Ansprüche von anderen Menschen auferlegt haben. Wir sind eingeladen zum Aufatmen in der Gemeinschaft mit Jesus.

http://www.umc-europe.org/huttwil/MarthaUndMaria.htm

 

 

 

 

 

 

 

 



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